Wunderschöner Vortrag von Ralph Caspers für Kinder

Ralph Caspers hat dieses Talent auf spaßige Art und Weise jene Themen Kindern näherzubringen, welche oft trocken und langweilig erscheinen. Hier geht es um mathematische Themen, und ganz prominent um Binärzahlen.

// Oliver

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Katalonien und die Demokratie

Die Abstimmung in Katalonien war nicht illegal, eine Abspaltung hingegen könnte es sein. Nur leider ist die EU der denkbar schlechteste Vermittler, ob sie nun weiter auf die spanische Verfassung pochen oder irgendwann davon abrücken. Im Jugoslawienkonflikt Anfang der 1990er hat die EU auch Partei ergriffen, für jene die heute in Katalonien als Separatisten gelten. Der wohl wichtigste Unterschied: Jugoslawien war nicht Teil der EU.

Die Wortwahl — Separatisten — ist auch interessant, denn so hoch die Zustimmung zu einer Abspaltung in der Abstimmung auch gewesen sein mag, so ist doch klar, daß nicht alle dafür waren. Zumal bei einer Wahlbeteiligung von deutlich unter fünfzig Prozent wohl kaum von einer echten Mehrheitsentscheidung gesprochen werden kann. Da sind die rund einhundert Wahllokale welche von der Guardia Civil verhindert wurden im Hinblick auf über zweitausend andere Wahllokale und die allgemeine Wahlbeteiligung fast irrelevant.

Warum werden solche grundlegenden Entscheidungen überhaupt mit einfacher Mehrheit durchgewunken? Zugegeben, hier hätte man auch noch die Zweidrittelmehrheit geschafft, aber eben bei einer unterirdischen Wahlbeteiligung. Warum gab es keine vorab festgelegte Mindestwahlbeteiligung, welche eine Abstimmung hätte legitimieren können? Warum ist in demokratischen Prozessen — hier wie dort — die Wahlbeteiligung irrelevant und sind einfache Mehrheiten ausreichend? Bei einem Ergebnis von 49% zu 51% würde auch die 51%-Fraktion gewinnen, aber die ist in absoluten Zahlen dann nicht so viel größer als die 49%-Fraktion.

Auch fand ich die Stimmen aus Katalonien von Gegnern einer Abspaltung interessant. Man brauche keine Abstimmung. Es gab aber offenbar genügend Menschen die nicht nur für das Referendum, sondern auch für eine Abspaltung waren. Warum können sich Gegner und Befürworter nicht zumindest darauf einigen anhand des Abstimmungsergebnisses, basierend auf einer Mindestwahlbeteiligung, das weitere Vorgehen abzustimmen? Warum sind Gegner der Abspaltung gleichzeitig auch gegen die Abstimmung gewesen? Das will mir nicht in den Schädel.

Nunja, ich bin gespannt wie es dort weitergeht. Denkt man die Vorgehensweise der Madrider Regierung konsequent weiter, dürfte als Reaktion auf eine Unabhängigkeitserklärung der Einmarsch der spanischen Armee und eine Niederschlagung der Abspaltungsbemühungen naheliegen. General Franco hätte diese Vorgehensweise sicher zugesagt.

Das putzige an der Situation ist ja, daß auch andere Regionen mit Abspaltung von ihren jeweiligen Staaten liebäugeln. Die EU und ihre aktuellen Mitgliedsstaaten möchten also eine Abspaltung möglichst verhindern um nicht noch einen kleinen Verhandlungspartner am Tisch sitzen zu haben und um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Problem dabei ist halt nur, daß dieser Präzedenzfall schon existiert und über zwanzig Jahre alt ist.

Daß sich in den Verfassungen von Staaten oft Klauseln finden, welche Abspaltungen für illegal erklären, ist schon klar. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß die Demokratie im Endeffekt eine Diktatur der Mehrheit über Minderheiten ist, weshalb die Madrider Regierung den Katalanen ja auch Verhandlungen über einen weitergehenden Autonomiestatus verweigerte. Denn in Spanien sind die Katalanen rein rechnerisch nur eine Minderheit. Da beißt sich das sogenannte Selbstbestimmungsrecht also mit den demokratischen Gepflogenheiten, zumal wenn die Gegner einer Abspaltung ganz “demokratisch” meinen daß es keiner Abstimmung bedürfe. Ähnlich argumentieren deutsche “Volksparteien” gegen Volksabstimmungen auf Bundesebene.

// Oliver

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Now, I’m no expert on international law …

… but the belligerent rhetoric between the two vain peacocks ruling the US and North Korea respectively, seems to have already resulted in a full-fledged war according to US-American cyberwar doctrine, it seems. It’s just that the North Koreans, if at all, aren’t fighting back in the physical world just yet. Sure, they haven’t gone “nucular” as George W. Bush would say, but we’re at the brink of war and the moderate forces in the US seem to take the backseat once again. It sure pays off to be a wartime POTUS. And for Trump it’s all about profit and getting the best deal for himself. So he’s in.

What am I up to here? Well, remember a few years ago?

When warranted, the United States will respond to hostile acts in cyberspace as we would to any other threat to our country. We reserve the right to use all necessary means — diplomatic, informational, military, and economic — as appropriate and consistent with applicable international law, in order to defend our Nation, our allies, our partners, and our interests. In so doing, we will exhaust all options before military force whenever we can; will carefully weigh the costs and risks of action against the costs of inaction; and will act in a way that reflects our values and strengthens our legitimacy, seeking broad international support whenever possible.
International Strategy for Cyberspace, The White House, 2011

According to that very same Wikipedia article, they went even further by stating:

The cyber threat is serious, with potential consequences similar in some ways to the nuclear threat of the Cold War

That’s right. Not only did Donald Trump manage to use the UN general assembly — an institution created to foster diplomacy and avoid war — to effectively declare a war on North Korea:

No nation on Earth has an interest in seeing this band of criminals arm itself with nuclear weapons and missiles. The United States has great strength and patience, but if it is forced to defend itself or its allies, we will have no choice but to totally destroy North Korea. Rocket Man is on a suicide mission for himself and for his regime. The United States is ready, willing, and able, but hopefully this will not be necessary. That’s what the United Nations is all about. That’s what the United Nations is for. Let’s see how they do.

Effectively the US is already waging war on North Korea according to its own doctrine. Indeed, what the Washington Post reports on as Trump signed presidential directive ordering actions to pressure North Korea is — according to the USA’s own cyberwar doctrine — an act of war.

Trump and any US citizen reading this ought to be ashamed! Not only has the US — as well as other powers with nukes — failed to deliver on the promises made in the NPT a little under fifty years ago: complete disarmament of nuclear weapons. Now they’re even threatening another nation with total destruction in the one arena which was created with peace in mind: the UN general assembly. And no one on Earth has any illusions about the kind of weapons the US intents to unleash, should they deliver on their threat.

Why on Earth would North Korea abandon its efforts to become a nuclear power when you openly threaten to annihilate it? Why on Earth should North Korea abandon those efforts, seeing that you shun Iran for — brace yourself — obliging to the deal which was painstakingly negotiated in years of hard work by multiple international parties? Heck, I have no sympathy for Kim Jong Un, but I can tell you that I do understand why he’s holding on to his nukes and attempts to improve the technology even further.

Neither party of this conflict has the moral high ground, also known as legitimacy. Those holding the moral high ground are not party to the conflict, but we all are going to suffer from the consequences if either or all parties of the conflict “go nuclear”. Instead those who aren’t part of the conflict sat together to make sure none of the nuclear powers will ever again be able to claim the moral high ground by coming up with the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons also known as Nuclear Weapon Ban Treaty. And the best the US could do was to pressure NATO and non-NATO states into abstaining from the conferences preceding the treaty, the votes and ultimately bullying nations into not signing or ratifying the treaty. Western values, I presume …

// Oliver

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Sturmgeschütz der Plutokratie

Ach guck, Spiegel-TV “berichtet” unter einem BILD-ähnlich reißerischen Titel über Kleinstparteien: Politik bizarr: Wie Kleinstparteien um Stimmen werben.

Da fragt man sich doch von welchem Demokratieverständnis die Redakteure dieses angeblich ehemaligen Sturmgeschützes der Demokratie besessen sind. Während ich schon mehrfach an den Kopf geworfen kam, ich solle doch eine Partei gründen, wenn mir dies oder jenes nicht passe, werden hier Kleinstparteien lächerlich gemacht. Ja wie denn nun?

Außer mit Attributen wie “bizarr” im Titel findet Berichterstattung über kleinere Parteien praktisch nicht statt. Die Debatte der Kanzlerkandidaten verkam zu Duell, weil man seitens der Medien andere Parteien und deren Kanzlerkandidaten einfach ignoriert. Zu klein seien die für realistische Chancen. Beim hessischen Rundfunk (hr) verstieg man sich gar zu der kreativen Ausrede, daß die fehlende Berichterstattung ja mit repräsentativen Umfragen erklärbar sei. Dort kämen die kleinen Parteien nicht vor, weshalb man auch nicht über diese berichten müsse. Quasi eine umfragetechnische Fünfprozenthürde um sich unliebiger Themen vorab zu entledigen. Ein klassischer Zirkelschluß: die kleinen Parteien sind nicht bekannt, weil nicht über sie berichtet wird, also muß man sie nicht erwähnen, da die Umfragen ja ergeben, daß man sie weitestgehend ohnehin nicht kennt. Demokratieverständnis “à la bonheur”, wie Martin Chulz sagen würde.

Die ARD hat eine zweiteilige mitternächtliche Alibisendung namens “Die kleinen Parteien” aufgelegt in welcher die kleinen Parteien voller Vorurteile von zwei Journalisten unter die Lupe genommen werden. Abgesehen davon, daß der Sendeplatz schon den (fehlenden) Anspruch des Senders im Bezug auf das Thema unterstreicht, scheint man sich vorgenommen zu haben die jeweiligen gezeigten Vertreter der kleinen Parteien möglichst unangenehm in die Mangel zu nehmen. Für die Humanisten soll es ein Interview im Kölner Dom sein, oh Schreck! Denn Humanisten sind doch — Achtung: Vorurteil! — alles Ungläubige, denen es nicht etwa um eine strikte Trennung von Staat und Religion geht, sondern die so ketzerische Ziele verfolgen, daß sie fürchten müssen in einem Gotteshaus vom Zorn des Allmächtigen auf der Stelle niedergestreckt zu werden. Wehe den Feinden des karfreitäglichen Tanzverbots. Glücklicherweise lehnte die Verwaltung des Kölner Doms das Ansinnen ab und rettete somit ohne jeden Zweifel die Leben der drei befragten Ungläubigen. Für die Vertreterin der Tierschutzpartei hätte es ein Interview in einer Massentierhaltungsanlage sein sollen; sie lehnte ab. Man einigte sich dann auf ein Interview auf einem Gnadenhof. Warum man die Rechten nicht gleich von einer dunkelhäutigen Deutschen interviewen ließ, wurde mir allerdings nicht ganz klar. Vermutlich weil es das bereits einmal gab?

Läßt man das Duell der Kanzlerdarstellerkandidaten Revue passieren, so wird klar, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Nicht nur, daß das “Duell” vollständig auf Merkel zugeschnitten war1, nein wirklich kritische Fragen der Journalistendarsteller gab es keine. Stattdessen Schmusekurs seitens der Journalistendarsteller und von Chulz gegenüber Merkel, als wolle letzterer sich bereits vorab als großkoalitionärer Speichellecker andienen. Außerdem dominierte das Thema Flüchtlinge die ganze Sendung, als ob es keine anderen und drängenderen Probleme gäbe. Die seitens SPD konstatierten 21% Prozent Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, die nur dann zustandekommen wenn man den laut Statistischem Bundesamt “unbereinigten Wert” benutzt, wurde auch hier nicht investigativ hinterfragt. Denn dazu hätte man zuvor recherchieren müssen, bis hin zur Aufgabe des eigenen journalistischen Tunnelblicks. Aber mit solchem Querulantentum schafft man’s halt auch nicht zum Regierungssprecher. Also seichte Unterhaltung bieten.

// Oliver

  1. da kann Herr Chulz hunderte Briefe an seine Gegnerin schicken um sie zu weiteren Duellen aufzufordern, die wird das einfach aussitzen, denn der “Sieg” — mit ähnlichen “Mehrheiten” wie zuvor — ist ihr so gut wie sicher []
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Dampfplauderei der Bundestagswahlkämpfer

Vielen lieben Dank, Herr Plasberg, daß sie wieder einmal die Politiker von ihrer besten Seite vorgeführt haben. In einer Hinsicht muß ich Ihnen jedoch leider widersprechen. Ironie ist auch im Fernsehen machbar. Und die kam sogar hervorragend herüber, nur eben beim deutschen Publikum sicher nicht immer so an.

Jens Spahn strotzte ja nur so vor Überheblichkeit. Ich hoffe, daß sein Verhalten möglichst viele Wähler zu anderen Parteien treibt. Viel Hoffnung habe ich allerdings. Denn es ist ja keinem verboten gegen seine Interessen zu wählen, wie unzählige Wahlergebnisse auf allen Ebenen beweisen.

Wenn diese persönlichen Angriffe gegen Mitdiskutanten und deren Ansichten seine Auffassung von demokratischer Debattenkultur widerspiegeln, kann ich gern darauf verzichten. Der gute Mann sollte sich lieber einmal die Bundestagsdebatten aus den 1960ern anschauen und davon — hoffentlich — etwas lernen.

// Oliver

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As if Bernie Sanders watched this TED talk …

… to come up with the idea of a citizen-funded campaign.

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Hey Google, I fixed that for you

Fixed screenshot from a Google video

No need to thank me!

// Oliver

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War is up to the president?

“War is up to the president, and perhaps up to Congress,” Mattis said.

(quoted as per this LA Times article)

Sorry to spoil your “fun” Mr. Mattis, but according to the US Constitution only Congress has the power to declare war. Or has Congress signed away that right via some sick legislation which they let even pass? Oh, of course. The War Powers Resolution. The legislation that was meant to justify the Vietnam War after the fact; one of the wars started by the US under false pretense.

Well, given there have been numerous US-driven wars since 1945, but not a single declaration of war since 1942, I guess there must be a kind of fast-track method these days. The War Powers Resolution doesn’t really mean Congress signed away its sole power to declare war. So I wonder why the presidents who overstepped their constitutional boundaries weren’t held accountable.

Scary shit, especially in times of a POTUS whose campaign aides didn’t trust him with his Twitter account.

// Oliver

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Schon toll

Hier in Niederrad hat man ja den Frankfurter Stadtwald direkt vor der Tür. Dreimal hingefallen und man ist da. Seit kurzem bin ich auch wieder mit dem Fahrrad unterwegs und wollte unlängst nach Neu-Isenburg fahren. Auf der Milanschneise in Richtung Neu-Isenburg lag dann ein umgefallener Baum quer über der Schneise. Mit Fahrrad kann man ja glücklicherweise absteigen und herumlaufen. Aber ich machte auch noch schnell ein Foto, denn im Hinterkopf hatte ich, daß es da eine Meldeplattform zu derlei Hindernissen geben sollte.

Und in der Tat, ein kurze Suche förderte die Meldeplattform Radverkehr1 zutage und ich hinterließ dort eine Problembeschreibung und das Foto. Dabei kann man auf der Karte einfach die Stelle mit dem Hindernis markieren. Sehr schön gemacht.

Das war am 8.8.; jetzt bekam ich die Rückmeldung, daß meine Meldung an den Stadtforst weitergeleitet worden sei. Echt klasse wie leicht das heutzutage geht.

// Oliver

PS: Für andere Ärgernisse gibt es bei uns auch noch den Frankfurter Mängelmelder.

  1. Entsprechend der Verlautbarungen seitens des Betreibers demnächst auch per HTTPS verfügbar []
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Nichtwählen ist die einzige Möglichkeit dem aktuellen Wahlsystem die Legitimation zu entziehen

An meinen Argumenten von 2013 hat sich kaum etwas geändert, auch wenn ich meine Meinungsäußerung von damals seitdem hin und wieder ergänzt und an ihrem Feinschliff gearbeitet habe.

Leider hat sich nichts geändert, muß man sagen. Denn das bedeutet nicht weniger, als daß wiederum eine Legislaturperiode vergeudet wurde in der der Weg zu einer direkteren und vor allem repräsentativeren Demokratie hätte geebnet werden können. Stattdessen der übliche Mix aus Abbau der Bürgerrechte und Ausbau der Überwachung und natürlich die übliche Klientelpolitik. Stattdessen wurde uns die “Freigabe” der Abstimmung über die Ehe für alle von Medien als tolles Ding verkauft, obwohl der Fraktionszwang ohnehin dem Artikel 38 des Grundgesetzes widerspricht. Bei unseren systemkonformen Medien erzeugt derlei Perversion allerdings weder kritisches Nachhaken noch eine gelangweilte Erwähnung.

Leider gibt es Diskutanten vor der diesjährigen Bundestagswahl welche allen Ernstes vorschlagen unser aktuelles Wahlsystem, so wie es ist, von Wahlrecht auf Wahlpflicht umzustellen. Pflicht zur Wahl des geringeren Übels also. Da liest man dann Perlen wie diese hier:

Somit wäre der Zwang zur Stimmabgabe nicht anti-demokratisch, sondern ein Zugewinn an politischer Legitimität.

Unter aktuellen Gesichtspunkten mit einem Wahlsystem welches Überhangmandate, Fünfprozenthürde, kein kategorisches Nein, aber dafür das Herausrechnen von ungültigen und nicht abgegebenen Stimmen aus dem Endergebnis — in Bezug auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten — vorsieht, kann ich nicht erkennen wie die Pflicht zur Wahl des geringeren Übels (siehe mein Blogeintrag von 2013) zu einem Zugewinn an politischer Legitimation führt. Allenfalls führt sie zu einem Zugewinn an behaupteter beziehungsweise präsentierbarer Legitimation, und ist also nicht im Interesse der Wahlberechtigten, sondern im Interesse der zur Wahl stehenden Politiker.

Wenn beispielsweise jüngere Wähler sich durch die Pflicht zur Wahl des geringeren Übels genötigt sehen ihre Stimme abzugeben und dies auch tun, dürfte sich in der Tat der Druck dieser Wählerschicht auf die gewählten Politiker erhöhen. Allerdings ist es ja nicht so, als wären Parteiprogramme oder die Politik gewählter Politiker frei, ja geradezu direktdemokratisch, beeinflußbar. Daher mag eine Pflicht zur Wahl des geringeren Übels eine gewisse Auswirkung haben, aber die zementierten Grundannahmen des (Wahl-)Systems würden von derlei Pflicht nicht tangiert1.

Kurzum: in dem Zug dessen Zugführer wir alle vier Jahre indirekt wählen dürfen und welcher alternativlos auf den Abgrund zurast, darf dann Dank der Jungwähler nicht nur der Zugführer alle paar Jahre ausgetauscht werden, sondern es gibt dann auch kostenloses WiFi. Geil! Katzenvideos auf der Fahrt in den Abgrund. Ein basisdemokratisches Träumchen.

Auch schön ist folgender Abschnitt, welcher fern jeder Realität einen — nüchtern betrachtet nichtvorhandenen — Zusammenhang zwischen Wahlversprechen vor der Wahl und Politik nach der Wahl zu konstruieren versucht:

Die Pflicht zur Stimmenabgabe jedoch würde auch die Wahlkämpfe positiv beeinflussen. Klientelistische Versprechen lediglich an die eigene Stammwählerschaft wären ebenso unpassend wie Versuche, die Anhänger der politischen Konkurrenz durch asymmetrische Demobilisierung von der Stimmabgabe abzuhalten.

Herr Ober, ich hätte auch gern von dem was der Herr da in seinem Pfeifchen raucht. Scheint ein wirklich starkes Stöffchen zu sein.

Oder hier:

Der Effekt wäre eher in der Gegenrichtung zu beobachten: nämlich in einer inhaltlichen Wiederannäherung der Parteien an den Mainstream. „Eine Wahlpflicht würde das strategische Kalkül von Parteien verändern“, meint so etwa Thorsten Faas, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Mainz. „Die Parteien müssten sich wieder um Wähler kümmern, ihnen ein attraktives Angebot machen“. Die weitgehende Entkoppelung der politisch Organisierten von der Mehrheitsgesellschaft und das Füllen dieser Lücke durch Populisten, wie derzeit in zahlreichen westlichen Demokratien zu beobachten, wäre so deutlich erschwert.

Das basiert dann wohl auf der Annahme, es gäbe (direktdemokratische?) Mittel um Politiker nach der Wahl auf ihre Wahlversprechen festzunageln? Außer revolutionsähnlichen Aufständen sehe ich da eher schwarz wenn es um Mittel für Wähler geht, die Gewählten zur Verantwortung zu ziehen. Eine ähnlich verquere Sichtweise also, wie bereits weiter oben, wenn man sich den bundesrepublikanischen Politikbetrieb mal ohne rosarote Brille betrachtet.

Einzelne Aspekte des australischen Wahlrechts sind ohne Frage interessant. Allerdings stehe ich einer Pflicht zur Wahl des geringeren Übels — kurz: Wahlpflicht — skeptisch gegenüber, solange es in unserem Wahlsystem und im Politikbetrieb folgende undemokratische Auswüchse2 gibt:

  • Fraktionszwang/-disziplin im krassen Widerspruch zu Artikel 38 Grundgesetz, Absatz 1: Fraktionszwang und wirkgleiche Mechanismen gehören durch einen einzufügenden Satz in Artikel 38 GG, Absatz 1 oder einem neu einzufügenden Absatz in selbigem Artikel strikt verboten.
  • Überhangmandate, welche Mehrheitsverhältnisse zum Teil stark verzerren: gehören strikt verboten.
  • Fünfprozenthürde: diese gehört wahlweise abgeschafft oder auf zwei bis drei Prozent gesenkt.
  • Überweisungsgebundene Parlamentarier: die Entschädigung für das Ausüben des Amtes als echter Volksvertreter3 gehört entsprechend (nach oben) angepaßt und die Ausübung von weiteren Ämtern, wie Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und ähnlichem gehören verboten4. Kombiniert man das dann mit einer Anwesenheitspflicht für alle Bundestagsdebatten und -abstimmungen, wäre dies im Lichte einer Diskussion um eine Wahlpflicht für Bürger nur recht und billig.
  • Außerparlamentarische Interessenvertreter (auch bekannt als Lobbyisten): gehören transparent aufgelistet, inklusive Details zu Treffen mit den Volksvertretern (wann und wie oft, ebenso wie die Länge von Treffen) und von direkter Teilnahme an Entwurf und Ausarbeitung von Gesetzen oder gesetzähnlichen Regularien strikt ausgeschlossen. Gleiches gilt für Firmenmitarbeiter und Verbandsmitglieder, die ebenfalls nicht direkt an Gesetzen mitformulieren dürfen.
  • Keine Möglichkeit zum Stimmentzug durch Abgabe einer Nein-Stimme oder Ungültigmachen des Wahlzettels: Einführung eines solchen Stimmentzugs, welcher sich natürlich unweigerlich auf das Endergebnis auswirken muß und also nicht außerhalb der 100% des Endergebnisses verbucht werden darf. Notfalls bleiben so Sitze in den Parlamenten leer. Das würde ganz sicher zu einem Umdenken in den Köpfen der Parteigranden führen.

Die Liste ist nicht vollständig. Aber sobald für diese Auswüchse eine Abhilfe existiert, darf aus meiner Sicht gern eine Wahlpflicht eingeführt werden. Wird sie vorher eingeführt, werde ich lieber ein Ordnungsgeld bezahlen als das unveränderte System durch das Nachkommen der Pflicht zur Wahl des geringeren Übels zu legitimieren. Die entsprechenden Bußgeldbescheide stelle ich dann stolz in eine Galerie hier im Blog.

// Oliver

  1. Es sei denn wir sprächen über revolutionsähnliche Aufstände der unzufriedenen Jungwähler, welche die Politiker geradezu zu einem Einlösen von Wahlversprechen nötigen. []
  2. Jeweils mit Forderungen zu deren Behebung. []
  3. also als Interessensvertreter des gesamten deutschen Volkes []
  4. sprich, diese müssen während der Legislaturperiode niedergelegt werden []
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Re: bad, worse, worst, CAPTCHA, reCAPTCHA

I wrote about reCAPTCHA once before.

However, on that day Google made a claim. The claim was that a single click would be enough to tell whether you were a bot or a human. Well, that claim is hogwash. Similarly to the claim that reCAPTCHA even remotely fulfills the one purpose it’s meant to fulfill: tell humans and bots apart.

The circumstances under which Google knows enough about us to make that call and have a single click suffice to “solve” their CAPTCHA is when we submit to their invasive practices. If we refuse to use their web search and other services, they won’t know enough to make the call and we’ll be back to the stupid task of selecting the images matching a particular term. And even though that term may be handed to you in your native language, it doesn’t mean that the definition of that term from your native language applies.

Way to go, Google!

// Oliver

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Der G20 in Hamburg aus Sicht eines Polizisten

Ein Blogeintrag von Oliver von Dobrowolski.

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G20 Nachlese

Im Nachgang des G20-Gipfels muß man eigentlich konstatieren, so zynisch es klingt, daß die Gewalt der Anarchisten, Linken und Rechten die einzige Form von politischem Widerstand war, der zu einer gewissen Berichterstattung geführt hat.

Der legitime Protest hunderttausender anderer Menschen ist hingegen nicht berichtenswert — und wird, so er denn berichtet wird, immer von den Gewalttaten überschattet.

// Oliver

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Die Mehrdeutigkeit des Titels “Welcome to Hell”

“Welcome to Hell” nannte sich eine der Anti-G20-Demos. In den Medien wurde der Name generell einfach übersetzt mit “Willkommen in der Hölle” und suggeriert, es wäre von Anfang an darum gegangen mit dem Namen die Absicht der Chaoten in Hamburg, die Hölle zu entfesseln, gegangen. Das Dumme nur, gerade im Bezug auf die G20 und die Hinterzimmerküngelei von 10% der Staatenführer der Welt, könnte man den Namen auch ganz anders verstehen. Gleiches gilt auch im Hinblick auf den überbordenden Kapitalismus, die Einschränkung der Bürgerrechte1 und maßlose Überwachung.

// Oliver

  1. auch im Umfeld der Demonstrationen []
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“Verantwortung übernehmen” …

… Politikerneusprech für das blanke Gegenteil, nämlich sich nach einem begangenen Fehler durch Rücktritt aus der Verantwortung zu verabschieden statt durch Schadensbegrenzung und Wiedergutmachung wirklich Verantwortung zu übernehmen.

Menschen machen Fehler. Politiker sind Menschen1, auch wenn sie sich vielfach selbst für etwas besseres — insbesondere etwas besseres als ihre Wähler — halten. Dementsprechend machen Politiker Fehler. Nun ist es so, daß mensch zumeist aus Fehlern lernt. Nehmen wir einmal spaßeshalber an, jemand hätte tatsächlich einen Fehler bei der Einschätzung der Gefährdungslage2 gemacht, dann wäre es doch logisch denjenigen aus seinem Fehler lernen zu lassen und Maßnahmen zu ergreifen die bei einer ähnlichen Folgeveranstaltung zu einer Verbesserung der Sicherheitslage führen. Und vor allem denjenigen bei Schadensbegrenzung und Wiedergutmachung in die Pflicht zu nehmen.

Stattdessen fordert man seitens der CDU nun von Olaf Scholz zurückzutreten.

Das ist einfach nur Opportunismus allerunterster Schublade seitens des jeweiligen politischen Gegners. Wenn ich diesen Neusprech höre, fällt mir jedesmal auf, daß man nicht genug fressen kann um soviel zu kotzen wie man es ob dieser Forderungen will. Und das gilt auch wenn derjenige welcher die “Verantwortung übernehmen” soll der CDU oder einer anderen Partei angehört. Scholz ist einzig ein aktuelles Beispiel.

Ein Rücktritt führt einzig dazu, daß ein anderer den Posten übernimmt. Oder wie es meine Großmutter immer so schön paraphrasierte: Die Schweine wechseln, nur der Trog bleibt der gleiche.

Insofern sich der Amtsinhaber bereits einen Pensionsanspruch erarbeitet hat3, ist ihm auch einzig die Macht zum aktiven Gestalten genommen; der Pensionsanspruch ist davon ja unberührt.

Also, liebe Politiker: Verantwortung übernehmen heißt nicht Rücktritt. Verantwortung heißt Fehler zu erkennen, einzugestehen und daraus zu lernen — vorzugsweise indem man die entsprechende Kursänderung vornimmt. Etwas wozu ihr allerdings parteiübergreifend schon seit langem nicht mehr in der Lage zu sein scheint. Anders kann man sich kaum erklären, daß der Politikbetrieb in unserer sogenannten repräsentativen Demokratie schmeichelnd umschrieben ist, wenn man davon spricht, daß das Wahlvolk alle vier Jahre über den Zugführer des Zuges abstimmen darf, der unaufhaltsam auf den Abgrund zusteuert — denn der Kurs ist bekanntlich alternativlos.

// Oliver

  1. … bis auf die Reptiloiden in den allerhöchsten Ämtern natürlich ;) … []
  2. zum G20-Gipfel []
  3. Bei einem Bürgermeister kann man eher von Arbeit sprechen als bei diversen selten anwesenden Parlamentsabgeordneten []
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Grundrechte

Wie wir in Hamburg sehen konnten, sind Grundrechte keine Rechte, da sie entzogen werden können. Sie sind, wie George Carlin dies so wunderbar auf den Punkt bringt, Privilegien und können als solche ohne große Probleme entzogen werden.

Im Notfall tut dies die Polizei beispielsweise, wie im Fall des gestürmten Protestcamps1, nach eigenem Gutdünken, auch wenn diese Maßnahme oder die Entscheidung eines Verwaltungsgerichts gegen das Protestcamp möglicherweise später wieder vom Bundesverfassungsgericht kassiert wird. Ist ja auch egal, denn die Zeit kann nicht zurückgedreht werden. Und da die geplante Nutzung der Grundrechte ausdrücklich einen zeitlichen und örtlichen Bezug aufwies, ist es unwahrscheinlich daß die Demonstranten in irgendeiner Weise je eine Wiedergutmachung/Entschädigung jedwelcher Form erhalten werden können. Bestenfalls gibt es die angedeutete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts als “Ohrfeige” für die Sicherheitsbehörden. Aber diese loten ganz klar derzeit aus wie weit sie ohne Sanktionen von oben gehen können und da sie die Politiker mit im Boot haben, sind praktische Auswirkungen zu ihren Ungunsten nicht zu erwarten.

Ich frage mich bei den Polizisten welche einer Demonstration gegenüberstehen immer, ob Polizisten tatsächlich so obrigkeitshörig sind, daß Sie die Taten der G20-Herrscher2 gutheißen, oder ob es unter denen auch Skeptiker gibt, die den Demonstranten eher freundlich gesonnnen sind.

Übrigens will ich nicht als Apologet für die Chaoten gelten. Aber die Gewaltexzesse kann man durchaus auch als Ausdruck einer Machtlosigkeit — im Wortsinn — eines gewaltbereiten Teils der G20-Gegner begreifen. Allerdings dürfte es auch die friedlichen Demonstranten, welche in der Mehrheit waren, ziemlich genervt haben, daß die riesige Verbotszone3 es ihnen verunmöglichte sich bei den Teilnehmern des Gipfels friedlich Gehör zu verschaffen. Das gehört nämlich ebenso zur Versammlungsfreiheit wie zur Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit4 braucht mir keine Regierung garantieren, denn die habe ich solange wie die Regierung keine gedankenlesende Gesinnungspolizei hat. Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht und fällt aber gerade auch mit der Reichweite der Meinungsäußerung. Und genau da liegt der Hase begraben. Journalisten sind beispielsweise komplett betriebsblind im Hinblick auf die Reichweite ihrer eigenen subjektiven “Berichterstattung”. Nun ist subjektive Berichterstattung an sich noch kein Problem, sondern dürfte die Norm sein, aber eine Offenlegung der eigenen Standpunkte und zumindest der ehrliche Versuch Fakten vollständig und weitgehend objektiv zu präsentieren, würde sicher dem Ansehen dieser Zunft gut tun. Das NetzDG sehe ich auch gerade in dieser Hinsicht als einen Versuch der Machteliten sich einer möglichen basisdemokratischeren Meinungsvielfalt zu entledigen. Anders ist nicht zu erklären, warum es keinerlei konkrete Maßstäbe für Haßrede und so weiter gibt. Aber zurück zum Ausgangspunkt: wenn also die Demonstranten sich kein Gehör bei den Gipfelteilnehmern verschaffen können, weil sie räumlich so weit getrennt werden, daß sich kein Politiker um Volkes Meinung scheren muß, dann führt das zu Frust. Und auch hier geht es um die Reichweite, die künstlich durch die Sicherheitsbehörden und Gerichte eingeschränkt wurde. Nur ist es fraglich ob die Gewaltexzesse zu einer ausgewogeneren Berichterstattung beitragen. Bisher ist das Gegenteil der Fall.

Die gewaltbereite Minderheit stiehlt also nicht nur der friedlichen Mehrheit die Show, sondern schadet der gemeinsamen (?) Sache durch die Gewaltexzesse. Ein wenig kann man dies mit den ewigen Aufrufen an die Mehrheit der Muslime vergleichen, sich doch bitte von islamistischen Terroristen zu distanzieren.

Nimmt man noch den im Raum stehenden Vorwurf hinzu, daß die Sicherheit der Gipfelteilnehmer Priorität vor der Sicherheit der Hamburger Bürger hatte, gibt das schon ein G’schmäckle. Gerade auch im Hinblick auf die ansonsten oft angeführte Aussage der Staat müsse seine Bürger — laut manchem Innenpolitiker um jeden Preis — beschützen. Wobei doch allen Beteiligten klar sein sollte, daß hundertprozentiger Schutz nie zu erreichen sein wird. Dennoch sind erfolgte Terroranschläge oder eben das Wüten von Chaoten in — offenbar — rechtsfreien Zonen Hamburgs immer wieder Grund genug für besagte Politiker ihre alten Pläne zur Einschränkung von Bürgerrechten und Ausbau von Überwachung und Behördenbefugnissen aus den Schubladen zu kramen und unter dem Vorwand daß sich “soetwas nicht wiederholen dürfe” in die politische Debatte oder gar den Gesetzgebungsprozeß einzubringen.

Meine Schlußfolgerung aus der bisherigen Berichterstattung ist, daß es offenbar einen “erfolgreichen Gipfel” und vor allem bürgerkriegsähnliche Zustände auf den Hamburger Straßen gegeben hat. Argumente der friedlichen Demonstranten sind jetzt nicht so direkt hängengeblieben — höchstens vereinzelte Sprüche auf den Plakaten die ab und an kurz auch in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sichtbar waren. Aber den meisten Platz in der Berichterstattung nahmen bekanntlich die Gewaltexzesse des “schwarzen Blocks” ein5. Auch die Nachbereitung bei Anne Will ließ die Seite der Demonstranten aus meiner Sicht nicht zu Wort kommen, es sei denn man zählt die Grünen zur außerparlamentarischen Opposition6. Mal sehen wie es bei den anderen Debattenformaten in der Nachbereitung aussehen wird. Es wird mich ernsthaft wundern, wenn es dort anders wäre und den G20-Gegnern auch nur ähnlich viel Raum für ihre Argumentation eingeräumt würde. Aber im ach so demokratischen Empöristan wird vermutlich die Gewalt skandalisiert, während die Argumente der friedlichen Mehrheit ignoriert werden.

// Oliver

  1. Es wurde bekanntlich zu einem Zeitpunkt gestürmt, als es noch genehmigt war. Auch wenn später diese Genehmigung später durch eine weitere Gerichtsentscheidung entzogen wurde. []
  2. Warum Herrscher? Weil sie einen Herrschaftsanspruch bekunden und sogar einen Vertretungsanspruch gegenüber denen die ausdrücklich nicht Teil der G20 sind. []
  3. immerhin 32 km² []
  4. im dem Sinne die Freiheit zu einer eigenen Meinung zu haben []
  5. wobei einige Teilnehmer aus dem “schwarzen Block” sich offenbar auch rot kleideten. []
  6. Haha! Ich hielte dies für eine lächerliche Einordnung. []
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Re: Ehe für alle

Zur Trauerfeier für Altkanzler Kohl in Speyer, sah ich bereits einen Katholenbischof der einen Ring am Ringfinger trug. Offenbar hat man sich in der Frage der Ehe für alle hier schneller bewegt als dies zunächst den Anschein hatte. Und offenbar gilt die Ehe für alle auch für Ehen zwischen Gott und katholischen Priestern. Ich vermute allerdings, daß dies nur deshalb geht, weil Gott nicht unter deutsche Jurisdiktion fällt und deshalb seine Vielweibermännerehe kein Problem darstellt.

Finde ich toll, daß die Katholen so pragmatisch mit der Entscheidung im Bundestag umgehen.

// Oliver

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Ehe für alle

Liebe Katholen, es mag so sein, daß in Deutschland viele überkommene Verquickungen zwischen Staat und Kirche fortbestehen1. Die Zivilehe, welche durch Napoleons Code civil in Deutschland Einzug hielt, hat mit der Ehe nach christlicher Lesart nichts mehr zu tun. Von daher ist es auch irrelevant ob dieser rechtliche Stand zwischen Mann und Frau oder Mensch und Mensch ist. Und wenn ihr euch allein am Begriff Ehe aufgeilt, laßt uns die neue Partnerschaft welche zwischen Mensch und Mensch geschlossen werden kann als eine Uhe bezeichnen. Laut Blick ins Wörterbuch ist der Begriff noch frei. Nichts zu danken!

// Oliver

PS: Vor ein paar Jahrzehnten durfte der Ehegatte auch den Arbeitsvertrag der Ehegattin im Alleingang kündigen und bestimmen welche Frisur seine Frau trägt. Hat sich also wohl doch einiges geändert am Begriff Ehe … ohne daß man bis zu Napoleon zurückschauen muß.

  1. öffentliche Hand zahlt je nach Bundesland auch Bischofsgehälter und Kirchenrestaurierungen, sowie Kirchensteuer welche gratis vom Staat für die Kirchen eingetrieben wird, als “Entschädigung” für sogenannte “Enteignungen” – aus Sicht der Kirchen – bei welchen es vielfach um unrechtmäßig durch die Kirche über Jahrhunderte angeeignete Hehlerware und Raubgut ging. Kurzum: der Dieb schrie “Diebstahl” als der Staat ihm seine geklauten Besitztümer wegnahm. []
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Mündige Verbraucher mal wieder

Als sogenannte mündige Verbraucher warten unzählige Fallen auf uns, welche von Abzockern aller Art gestellt werden. Hier wäre beispielhaft Xing zu nennen.

Meinereiner erregt sich zwar bereits an der Betitelung als Verbraucher — und nicht etwa Mensch oder Bürger — aber soweit denken die oh so unabhängigen und neutralen Edelfedern in ihren kapitalistisch-repräsentativ-demokratischen Filterblasen nicht einmal.

Bisher hielt ich allerdings die Bezeichnung vegetarischer und veganer Alternativprodukte für überhaupt nicht irreführend. Der EuGH sah dies unlängst anders (und hier) und begründete dies mit … ich glaube mit Leberkäse als rein pflanzlichem Milchprodukt aus eierlegenden Wollmilchsäuen oder so. Das Urteil ist also kurzum echter Käse und reiht sich in andere “europäische”1 Regularien fernab der Realität ein, wie jener, daß Marmelade nicht Marmelade genannt werden darf, weil die Briten ansonsten keine eigenen Extrawürste gehabt hätten; was vor allem beweist daß britischer “common sense” eben nicht mit gesundem Menschenverstand übersetzbar ist.

Von den bescheuerten Anglizismen des Veggie-Cheese-Herstellers bin ich auch nicht begeistert. Aber irreführend kann man das wohl kaum nennen wenn da eindeutig auf die pflanzliche Herkunft verwiesen wird.

In Sachen Irreführung käme sowieso eher das deutsche Reinheitsgebot in den Sinn welches insgesamt sechsundsechzig Zusatzstoffe zu den in der ursprünglichen Version genannten vier Zutaten Gerste, Wasser, Hopfen und Hefe erlaubt2. Das ist irreführend in höchstem Maße und wird mit Vorliebe von den Industriepisseherstellern als “Argument” gegen handwerkliche Bierbrauer ins Feld geführt. Die dürfen nämlich nicht einfach natürliche Zusatzstoffe wie Gewürze, Blüten, Obst oder Milch im Brauprozeß zugeben. Das heißt, sie dürfen es schon, aber dann dürfen sie es – sofern in Deutschland gebraut – nicht als Bier bezeichnen. Beispielhaft sei hier auf den Milk Stout von Camba verwiesen. Wird in einem anderen Land gebraut und das Brauprodukt dort als Bier (in Landessprache) verkauft, darf es, wiederum nach Deutschland importiert, durchaus als Bier verkauft werden, auch wenn es nicht dem deutschen Reinheitsgebot — mit seinen mittlerweile sechsundsechzig erlaubten Zusatzstoffen — entspricht.

Kurzum, die Lebensmittelindustrie im allgemeinen und die Industriepissehersteller im besonderen dürfen den mündigen Verbraucher nach Strich und Faden verarschen. Pferdefleisch statt Rind in der Lasagne ist da nur ein Beispiel von vielen, Hefeextrakt als angeblicher natürlicher Zusatzstoff und Nichtgeschmacksverstärker ein weiteres. Aber Hersteller die vegetarische und vegane Alternativen anbieten und damit naturgemäß relativ neu im Markt auftreten3 dürfen nicht im Namen auf die Ähnlichkeit ihrer Produkte zu existierenden Produktklassen verweisen. Und wir sollten eben auch nicht Leberkäse, Latex- und Sonnenmilch, sowie Käsefüße vergessen. Dürfen Veganer eigentlich nach dem Urteil noch Käsefüße haben, oder müssen sie sich diese jetzt freiwillig abhacken oder im Sinne der deutschen Fleischindustrie wieder zum Fleisch- und Wurstkonsum konvertieren?

Es bleibt wie es immer war: die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen.

// Oliver

  1. Gemeint ist die EU, aber welchem Zeitungsschreiber oder Nachrichtensprecher fallen solche Nuancen heute noch auf? []
  2. Stand von 2010, die entsprechende Liste der BLE wurde feinsäuberlich — vermutlich mit Verweis auf das Urheberrecht — aus den Weiten des Internets entfernt und das im letzten Jahr, dem 500ten Jubiläum des inzwischen zur Verarsche mutierten Reinheitsgebots von 1516. Glücklicherweise fand sich auf meiner Platte noch eine Kopie. []
  3. ähnlich der handwerklichen Biere, zumindest im Bierland Deutschland []
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Very odd

As tragic as the Grenfell Tower fire in London is, it’s odd how the German media dwells on these news. A number of incidents in Bangladesh and Pakistan (such as this one) barely raised a brow whereas the precious lives of Westerners require 24 hour coverage, apparently.

Anyway, I found the worries about the building collapsing due to the fire a little odd. To date the WTC buildings seem to be the only high rise buildings ever to have collapsed from a fire, including one building which wasn’t hit by a fire or ablaze (WTC 7).

// Oliver

Update: Still odd? Even on June 25th the building hasn’t collapsed on its own nor has it been “pulled” in order to preempt its collapse due to the damage created by the blaze.

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