“German Mut”

Sorry, dear speakers of English, this is a German blog post about a stupid slogan invented by our so-called liberal democrat party in Germany. They know not what they do, but I assure you the slogan is nevertheless fitting.

Also liebe FDP, wie sehr kann man sich eigentlich ins Knie schießen? Ich verstehe ja, daß ihr meintet, man könne mit etwas bescheuertem Englisch-Deutsch-Mischmasch auf Wählerfang gehen bei den jungen Leuten gehen. Aber hat sich denn keiner von euch der des Englischen mächtig ist1 mal im Urban Dictionary nach möglichen unerwünschten Zweitbedeutungen von “Mut” umgetan? Scheinbar nicht. Laßt es mich für euch klipp und klar aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, nachdem wir die Definition gesehen haben:

mut
Australian slang for a vagina.2

Die FDP versucht offenbar sich nicht nur mit den Damen in Bremen und Hamburg, sondern auch mit diesem Spruch eine gewisse erotische Anziehungskraft zu verleihen. Vielleicht auch weil sich die FDP-Granden im klaren waren, daß Australien als eines der Kernländer des europäischen Kontinents beim ESC dabei ist.

Aber nun, liebe FDP, die noch ausstehende Übertragung ins Deutsche:

“German Mut” bedeutet und also “Deutsche Vagina”, bzw. “Deutsche Scheide”.

Gratulation! Jetzt weiß die ganze Welt, daß ihr Pussies seid, was im Englischen ein ganz tolles Kompliment ist – Ehrenwort – ich wiederhole: ich gebe euch mein Ehrenwort ;)

Auch hier hat euch ganz offenbar eure Wirtschaftsnähe geholfen, die sicher mit einer vermehrten Nutzung des Englischen ohne wirkliches Können oder Verstehen einhergeht – sieht man ja bereits an der Fernsehwerbung.

// Oliver

  1. die jungen Leute sind es scheinbar nicht, aber Mathe ist auch nicht deren Stärke, wie uns die heute-Show gestern zeigte []
  2. australische Umgangssprache für Vagina []
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Kein Entrinnen

No ESC-ape ;)

Da die Isländer total verrückt nach dem ESC sind und wir von der Firma aus bis 20121 immer eine Feier bei den Chefs (Friðrik & Björg) an genau dem Tag des ESC-Finales hatten, gab es auf Island schon kein Entrinnen.

Hier gibt es auch keines (außer vielleicht Kopfhörer einzustecken und Skálmöld oder Xandria abzuspielen).

Und nachdem dann der Auftritt des Dänen mit dem “It’s a hard-knock life”-Abklatsch auf der Hamburger Exhibitionisten-Meile2 in einer Kissenschlacht endete und die Kinder dort mit Kissen herumtanzten, war es klar, daß es sich nur um eine verdeckte Werbeaktion vom dänischen Bettenlager handeln konnte. Danach schaltete ich zumindest mental.

Aber ein paar Sachen fielen mir dann doch Dank Kommentatoren auf:

  • Island ist raus
  • Ukraine ist raus
  • Finnland ist raus
  • Australien ist dabei, wird demnächst der EU beitreten und die Briten werden dafür rausgeschmissen

“Völkerverständigung” und “Vielfalt” hauptsächlich auf Englisch – das ist der ESC in einem Satz.

// Oliver

PS: hoffentlich sind die Griechen raus oder nicht dabei, die sind doch schon pleite. Einen Gewinn beim ESC könnten die sich so wenig wie Island leisten ;)

  1. wenn ich mich recht entsinne []
  2. Public Viewing im “deutschen” O-Ton []
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Mediale Schlachtbank

Zugegeben, Claus Weselsky kommt für mich nicht gerade als der Obersympath rüber; ähnlich geht es mir aber auch bei diversen Politikern – zuvorderst unsere rautengeübte Bundeshypnotiseurin.

Es ist aber eigentlich nicht so wichtig, ob er sympathisch rüberkommt, sondern ob das Anliegen, welches er als Bundesvorsitzender der GDL verfolgt, gerechtfertigt ist. Und das ist es ja wohl.

Leider wird in den Medien immer ungebührlich gekürzt, sogar bei den sogenannten öffentlich-rechtlichen Medien1 – und die finanzieren sich doch über Gebühr :mrgreen:

Die Streiks betreffen, gerade in den Großstädten, viele Menschen. Sollen sie ja auch. Das Problem ist nur: wie soll man als GDLer für sein Anliegen werben, wenn man von den Interviewpartnern immer unterbrochen wird und dadurch als patziger Zeitgenosse wahrgenommen wird?

Solidarität ist eine Vokabel aus Vorzeiten. Ich habe noch keine einzige Wortmeldung eines prominenten SPD-Mitglieds mitbekommen die sich explizit nicht nur für das Recht zu streiken, sondern auch für die Ziele der GDL ausgesprochen wird. Warum? Nun, die Währungen im Regierungsviertel – und dort tummeln sich besagte SPDler ja derzeit – sind eben € und Wählergunst. Da kann man mit ausdifferenzierten Argumenten keinen Staat machen.

Die GDL will nicht nur Lohnerhöhungen erstreiken, sondern lehnt vor allem das geplante Tarifeinheitsgesetz (siehe hier) grundlegend ab. Aus gutem Grund übrigens. Die großen Gewerkschaften sind die zahmsten Gewerkschaften, denn deren Funktionäre arbeiten schon längst nicht mehr nur im Sinne Ihrer Mitglieder, sondern mindestens auch im Interesse der Arbeitgeber – wenn nicht gar ausschließlich in deren Sinn. Wohl ein Problem eines jeden Machtapparates.

Ironie des Schicksals – oder besser gesagt Indikator für die Verkommenheit der modernen SPD – der Entwurf des Tarifeinheitsgesetzes wurde von einer SPD-Ministerin vorgelegt.

Eine Verabschiedung2 des geplanten Tarifeinheitsgesetzes wird noch vor der Sommerpause erwartet. Das wissen auch die Granden der Deutschen Bahn und setzen ganz klar auf eine Verzögerungstaktik. Bisher mit Erfolg. Man täusche ein Entgegenkommen an und spiele danach seinen Gegner in der nächsten Pressekonferenz aus. Hervorragende Taktik – zumindest wenn man danach geht wie der Querschnitt der nicht repräsentativ befragten Bahnreisenden reagiert. Da wird nicht auf die Bahn geschimpft, sondern auf Claus Weselsky und die GDL.

Daran läßt sich auch schon gut erkennen, daß die Bahn – sicherlich die erfahrenere Partei in Medienangelegenheiten – nicht auf eine sachliche Diskussion aus ist. Sobald eine Sachdiskussion auf die persönliche Ebene heruntergezogen wird, darf man davon ausgehen, daß mindestens eine Streitpartei unlauter argumentiert; insofern man das dann noch als Argumentation und nicht als schmutzige mediale Rufmordkampagne auffassen möchte.

Dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren, daß die BRD der Mehrheitseigner der Deutschen Bahn ist. Eigentlich sollte man meinen, daß die DB-Granden entsprechend auch im Interesse des Volkes und nicht ausschließlich im Sinne der politischen Eliten und ihrer Aktionäre handeln – aber das ist nunmal das Problem mit der vollzogenen Privatisierung der DB. Profit wird oberstes Gebot.

Die Streiks und die dahinterstehenden Forderungen sind jedenfalls im Sinne aller Lohnarbeiter. Ob das jene am unteren Rand des Einkommensspektrums sind oder in der Mitte oder ganz oben: Lohnarbeit bleibt eine Form der Ausbeutung. Gewerkschaften werfen sich auf Seiten der Lohnarbeiter in die Waagschale; und Forderungen einer Gewerkschaft die objektiv den Mitgliedern dieser Gewerkschaft – und im aktuellen Fall durch den Kampf gegen das Tarifeinheitsgesetz – allen Lohnarbeitern zugutekommen, sollten die Unterstützung aller Arbeiter finden.

Eine Schwächung von Gewerkschaften geht alle Lohnarbeiter an. Der Zustand zu welchem uns hinbewegen wenn wir uns nicht auf Solidarität zurückbesinnen, kann in den USA betrachtet werden. Der Tag der Arbeit ist dort nicht – wie international – der 1. Mai, weil man Angst hatte das Datum würde an das Haymarket Massacre, welches sich im kommenden Jahr zum 130. Mal jährt, erinnern. Das Haymarket Massacre war seitens der Herrschenden zugleich Rechtfertigung und Auftakt zu einem Kampf gegen die Arbeiterbewegung im Allgemeinen und die Gewerkschaften im Besonderen.

Und so wurden scheibchenweise die Gewerkschaften und ihre Glaubwürdigkeit über einhundert Jahre demontiert bis US-Präsident Ronald Reagan in den 1980ern den Gewerkschaften den endgültigen tödlichen Stoß verpassen konnte.

Heute wird man mehrheitlich Lohnarbeiter antreffen welche der Meinung sind Gewerkschaften seien nur etwas für faule Arbeiter. Allein in den Gegenden in denen Arbeiter von NAFTA am stärksten negativ betroffen sind, mag man hin und wieder in Erinnerungen an Gewerkschaftszeiten schwelgen.

In diesem Sinne, und mit bereits heruntergeschraubten Erwartungen an die Bereitschaft zu Solidarität und die Reichweite eines solchen Aufrufes: Lohnarbeiter Deutschlands vereinigt euch.

Daß die Mehrheit von uns am Samstag nicht mehr arbeiten muß, ist übrigens den Gewerkschaften zu verdanken.

// Oliver

  1. mundsprachlich: Staatsrundfunk []
  2. und damit ist nicht “tschüß und weg” gemeint []
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Civilization

Several botched executions in the recent past in the US after the individual states had trouble to acquire the drugs for the deadly cocktail whose inventor – a pathologist – is, by the way, against the death penalty now. All we can tell with certainty is that the paralyzing drugs most likely just cover the pain and suffering of the condemned. But then, perhaps that’s the unofficial part of the penalty?

And yet, death penalty, the most expensive, most inhumane, least civilized and most backwards penalty is what is handed to Dzhokar Tsarnaev – in the form of a deadly injection.

Thanks US of America for – once again – defending our so-called “shared Western societal values”. Into the future!

// Oliver

PS: I guess Tsarnaev is luckier than the hundreds of civilians world-wide who got killed by US drone strikes, had no attorney or verdict … and the handful actual terrorists that also got killed by said drone strikes.

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Brandt: Spion im Kanzleramt

… wurde abgesetzt.

Frau Merkel: deckt mindestens und unterstützt allem Anschein nach offen die Spionage durch einen “verbündeten” Geheimdienst. Nach wie vor im Amt.

Wo bleibt denn da die sogenannte Gleichberechtigung?

// Oliver

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First anniversary

Exactly one year ago dozens of humans were massacred in the union house in Odessa. Here’s a documentary about the incident. Unfortunately the western media didn’t exactly do a great job covering the incident last year or ever since. This is an independent and crowdfunded production.

https://youtu.be/OErKKcuBTlY

// Oliver

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Erster Jahrestag

Vor einem Jahr wurden im Gewerkschaftshaus in Odessa dutzende Menschen massakriert. Hier eine Dokumentation des Vorfalls. Die deutschen, und allegemein die westlichen Medien, haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert bei der Berichterstattung über das Massaker.

https://youtu.be/LXRIuVNGmds

// Oliver

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Death penalty again

Two recent editorials of The Times of Shreveport (Louisiana) shine a light at the mechanisms behind the death penalty, especially the second one:

No one should be given the ability to impose a sentence of death in any criminal proceeding. We are simply incapable of devising a system that can fairly and impartially impose a sentence of death because we are all fallible human beings.
(Attorney A.M. “Marty” Stroud III)

// Oliver

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Vizekanzler Gabriel

+++ satire +++ ticker +++

Berlin. Vizekanzler Sigmar Gabriel verteidigte abermals seine Forderung nach einer gesetzlichen Vorratsdatenspeicherung mit Verweis auf den erst im Januar vereitelten Anschlag auf das französische Satireblatt Charlie Hebdo.

Dabei, so Gabriel, seien nach neuesten Expertenschätzungen etwa ein Dutzend Menschenleben gerettet worden; durch Vorratsdatenspeicherung, wie er betonte. In Frankreich sei die Vorratsdatenspeicherung schon seit Jahren gesetzlich verankert und ihr Erfolg spreche für sie.

Wie fatal es ohne Vorratsdatenspeicherung enden kann, habe man in Norwegen gesehen. Dort hatte der Einzeltäter Anders Breivik in den Monaten vor seiner Tat immer wieder detaillierte Tatpläne an seine Emailadresse geschickt, welche der Polizei die nötigen Hinweise hätten geben können. Da aber Norwegen die Vorratsdatenspeicherung zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeführt hatte, kam es zu dem Massaker auf Utøya im Jahr 2011.

Der Vizekanzler hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Argumenten für eine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung auf sich aufmerksam gemacht, weshalb man ihm nach DPO-Meldungen unlängst eine Ehrenmitgliedschaft in der CDU antrug.

--- satire --- ticker ---

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Der Sprecher der Bundeskanzlerin

+++ satire +++ ticker +++

Berlin. Der Sprecher der Bundeskanzlerin hat gestern angekündigt, daß die Kanzlerin auch bei jedem Unfalltoten im Straßenverkehr ihre Termine absagen und zum Unfallort reisen wird.

Mit beschwörenden Worten lenkte der ehemalige Nachrichtensprecher die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die über 3000 Toten im deutschen Straßenverkehr und verglich die entsprechenden Zahlen mit denen der Unfalltoten im Luftverkehr der letzten Jahre.

Nach dem Absturz des Airbus 320 in Südfrankreich sei es der Bundeskanzlerin eine Herzensangelegenheit auch den Familienangehörigen von Unfalltoten im Straßenverkehr vom Unfallort ihr Beileid bekunden zu können. Man denke auch eine ähnliche Regelung für tödliche Unfälle im Haushalt, werde aber zuvor die Zahlen überprüfen lassen um den Terminkalender der Kanzlerin nicht unnötig zu belasten.

Finanzminister Schäuble sei bereits informiert und werde den Reiseetat entsprechend aufstocken, hieß es abschließend.

--- satire --- ticker ---

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American Sniper?

What’s the buzz about that “American Sniper”, Chris Kyle, right now in the US?

Wasn’t he but another murderer killing from safe distance?

Much like drone-killer dad who kisses his kids goodbye in the morning, drives to work and kills a few families and kids or the occasional terrorist thousands of miles away and then hurries to pick up his kids from the kindergarten after fulfilled duty? …

// Oliver

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“Vorzeigeintellektueller”

Der “Vorzeigeintellektuelle” Herr Schweiger sollte seinem Namen lieber alle Ehre machen und hin und wieder mal schweigen statt populistisch herumzumotzen.

Seine Kommentare zur Edathy-Affäre waren meiner Meinung nach unter aller Sau. Gerade auch weil er seine Kinder in vorgeschobener Freiwilligkeit1 regelmäßig verkauft. Sicher gibt es da Unterschiede, aber moralisch verwerflich kann man beides finden.

Daß der Vorwurf Edathy habe Kinderpornographie konsumiert nicht nachgewiesen wurde und sich die Affäre um – sicherlich geschmacklose, damals aber rein nach Gesetz nicht beanstandbare – Nacktaufnahmen von minderjährigen Jungen drehte fällt dabei ebenso unter den Tisch wie diverse Fakten durch die vermeintliche Gerichtsreporterin Alice Schwarzer im Kachelmann-Prozeß.

Populismus pur von Leuten die das Ohr der Medien haben.

// Oliver

  1. sie kennen es ja nicht anders []
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Rodney Reed

As recently noted below the article about Tony Abbots remarks that Texas was about to kill an innocent man.

Good news is that the execution scheduled for 5th of March 2015 has been postponed according to the Wikipedia article (permalink current version at time of writing, most recent version).

On February 23, 2015, a Texas Appeals Court announced that they had postponed Rodney Reed’s execution, originally scheduled for March 5, 2015, for the 1996 murder of Stacey Stites, after his attorneys filed a petition citing the existence of new “scientific evidence” that establishes his “probable innocence”.

(source: Wikipedia article)

I really hope that the injustice will be undone as much as possible and what seems to be the most likely murderer will be investigated and charged.

I’m still against the death penalty. Period.

// Oliver

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Re: Atheist wird zur Kirchensteuer gezwungen

Es gibt nun eine Kampagne auf Change.org, welche die Kirche auffordert das Geld zu erstatten und Herrn Bores um Entschuldigung zu bitten, sowie derlei Schnüffelei zukünftig zu unterlassen.

Da habe ich natürlich gern unterschrieben.

// Oliver

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Tony Abbott is right

I’m no fan of this hardliner, but him asking for clemency for two drug traffickers from Australia on the death row in Indonesia was the right thing to do.

The outrage of the Indonesians is understandable, because those drug traffickers destroyed numerous lives. However, nothing ever justifies the death penalty.

So while his reference to the relief aid from 2004 may have been out of line, the cause is just.

As long as no justice system is infallible, death penalty isn’t justified. And even if it were infallible, the question becomes whether this is the right way of treating humans.

// Oliver

PS: on a related note, Texas is about to kill an innocent man.

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Atheist wird zur Kirchensteuer gezwungen

In dieser Woche hat der Humanistische Pressedienst (hpd) die Übersetzung eines französischen Blogartikels des in Berlin lebenden Franzosen Thomas Bores veröffentlicht.

Darin geht es um einen Vorgang wie ihn nur die deutsche Bürokratie hervorbringen kann.

Es ist schon lange bekannt daß Deutschland mit seiner durch staatliche Stellen – nämlich Finanzämter – eingezogenen Kirchensteuer ziemlich einzigartig ist auf der Welt. Die Kirchen begründen dies mit den Enteignungen welche nach Napoleons Europafeldzug zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts stattfanden1. Wie “hart” die Kirchen dabei getroffen wurden, läßt sich anhand des Kölner Erzbistums oder der Umtriebe des ehemaligen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst: “arme” Kirche. Und da haben wir noch nicht erörtert wie denn die Kirchen in den ganzen Jahrhunderten an ihren Besitz2 gekommen sind. Es kommen nicht nur Hexenverbrennungen in den Sinn, sondern bspw. auch Adlige welche die Kirche legitimierten und von der Kirche legitimiert wurden und welche sich jeweils an den armen Menschen gütlich taten. Woher kamen denn also wohl die Reichtümer der Kirchen? …

Nun aber zum Erfahrungsbericht von Herrn Bores, besagten französischen Blogger aus Berlin …

Als er sich in Berlin anmeldete, wurde er nach seiner Konfession gefragt. Wie aus seinem Blogartikel ersichtlich, gab er Keine Religion an. Bei einer weiteren Nachfrage gab er wiederum an ein Atheist zu sein.

Etwas später fehlten mehr als 500 € von seinem Girokonto und er wurde aufmerksam. Es handelte sich dabei um die Kirchensteuer für den aktuellen Monat, sowie eine Nachzahlung Vormonate.

Auf Nachfrage ergab sich, daß die französische Kirche der deutschen einfach mal – entgegen datenschutzrechtlicher Regelungen – Auskunft über die Taufe des Herrn Bores gab und den Taufschein mitschickte. All das ohne Herrn Bores zu fragen oder auch nur zu informieren.

Ähnlich wie einstmals in der DDR, ist durch die laizistische Verfassung in Frankreich ein amtlich bestätigter Kirchenaustritt dort nicht vorgesehen. In der DDR war der Gang zum Amt zwar vorgesehen, aber es machte im Grunde keinen Unterschied wegen fehlender Verbandelung von Kirche und Staat in Form einer Kirchensteuer.

Herr Bores hatte also in Frankreich nie die Möglichkeit gehabt formal aus der Kirche auszutreten. Er sei also noch Mitglied. Deshalb, so die deutschen Kirchen, muß er nun auch bezahlen. Das bislang gezahlte Geld ist wohl unwiederbringlich weg, aber mittlerweile ist Herr Bores nach deutsch-bürokratischem Ritus auch aus Sicht der deutschen Kirchen offiziell ausgetreten.

Was ich daran besonders befremdlich finde, ist daß sich für die Kirche aus einer Willensbekundung der Eltern, ggf. auch nur eines Elternteils, ein Rechtsanspruch auf Kirchensteuer ableitet. Das Kind ist dabei zumeist noch im Kleinkindalter und hat noch nichts dazu oder dagegen zu sagen.

Noch befremdlicher sind die Umtriebe der jeweiligen Gemeindeverwaltungen in denen der Austritt erklärt werden muß. In Berlin kostete der Austritt für Herrn Bores 30 €. In anderen Gemeinden sogar noch mehr. Hier sieht man einmal mehr die Verbandelung von Kirchen- und Staatsobrigkeit.

Man sieht schon wie fragwürdig das nach wie vor herrschaftliche Gebaren der Kirchen ist. Ein Akt eines Vertreters der jeweiligen Kirche an einem unmündigen, weil viel zu jungen, Menschen auf Bitten seiner Eltern oder eines Elternteils wird zum Anlaß genommen einen Rechtsanspruch auf die Kirchensteuerzahlung bei Erlangung der Mündigkeit abzuleiten. Da wäre vielen im Nachhinein wohl eine Einmalzahlung für die spirituelle Dienstleistung der Taufe doch allemal lieber gewesen.

Auch interessant für mich war die im Blogartikel verlinkte Panorama-Sendung vom 2010-05-06. Darin wird sehr anschaulich dargestellt welche Steine die Kirchen den Menschen in den Weg legen aus der Kirche auszutreten und wie Ungläubige3 in bestimmten Konstellationen für ihre Partner mitbezahlen.

// Oliver

  1. wieviele Generationen von Deutschen seitdem Reparationszahlungen an die Kirche vorgenommen haben, ist gigantisch. So gesehen müßte man meinen der Anspruch sei längst abgegolten. []
  2. von Eigentum möchte man nicht reden []
  3. wie auch ich []
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Honest words

In a recent interview US president Obama conceded that the USA behaves on our planet like a bully in would in a school yard. His words:

Now, I also think that if we were just resorting to that and we didn’t have a realistic view that there are bad people out there who are trying to do us harm — and we’ve got to have the strongest military in the world, and we occasionally have to twist the arms of countries that wouldn’t do what we need them to do if it weren’t for the various economic or diplomatic or, in some cases, military leverage that we had — if we didn’t have that dose of realism, we wouldn’t get anything done, either.

The wording also gave me an eerie reminder of the book “Confessions of an Economic Hitman”.

// Oliver

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Liebe Telekom

DSL-Probleme, soweit nichts besonderes. Aber hört doch mal auf uns zu verscheissern.

Seit heute Morgen komme ich maximal auf ein paar Minuten Internetverbindung bevor sie wieder abbricht.

Aber seid doch mal ehrlich mit euren Kunden. Wenn ihr wisst, daß es eine Massenstörung ist, wäre es doch fair den schwarzen Peter nicht den Kunden bzw. den Routern in die Schuhe zu schieben.

Ohnehin ist es ein Routerzwang durch die Hintertür wenn ich eine Fritzbox habe und ihr dann halt argumentiert, daß ihr nur Speedport-Router unterstützt. Man ist also selbst dann auf sich gestellt, selbst wenn alles auf eine Störung der Gegenstelle hinweist.

Seltsam ist es auch daher weil Telekom-Mitarbeiter einem regelmäßig sagen, sie würden privat selbst Fritzboxen benutzen.

Erst nach mehrmaligem Nachfragen und beim letzten Anruf 15 min Warteschleife, meinte eure Kundenberaterin, daß es sich um eine Massenstörung handele, welche morgen bis 10 Uhr behoben sein soll. Warum nicht gleich so?

Aktualisierung 2015-01-22: Das Problem hält nach wie vor an. Um die Argumente der Telekom auszuhebeln habe ich mir einen Speedport W724V besorgt, welcher ebenfalls PPPoE-Fehler (Zeitüberschreitungen) spuckt und bei aufgebauter Verbindung eine genauso schlechte Verbindungsqualität zeigt. Kurzum die Systemmeldungen der Fritzbox sind mal deutlich aussagekräftiger. Als ich gestern eine Dame beim Kundenservice fragte, ob es denn seitens der Telekom eine funkbasierte Übergangslösung gäbe, bot sie mir eine “Flatrate”, gestaffelt nach Preisklassen/Geschwindigkeit/Volumen an, woraufhin ich sie dann hinwies, daß es sich bei einer Flatrate mit Volumenbegrenzung um einen Volumentarif und eben nicht um eine Flatrate (also einen Pauschalpreis) handelt. Unter 24 Monate Vertragslaufzeit konnte man mir nichts anbieten. Was beim Telefon vielleicht noch erträglich ist: maximal fünf Gigabyte Volumen pro Monat, ist für mich unpraktikabel. Das schaffe ich innerhalb einer Woche ohne weiteres; pro Arbeitstag ein Gigabyte ist nichts ungewöhnliches.

// Oliver

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Fairfax County (VA): Thou shalt install proper crosswalks

… and traffic lights for pedestrians.

Honestly, I now know what Americans mean by “going the extra mile”. I have seen at the very least three cross junctions with only two crosswalks. Takes no degree in mathematics or deep knowledge of graph theory to figure out that it is the impossible to get from A to B that way, unless you get lucky.

And while you’re at it, make sure to come up with traffic lights for the pedestrians on the green strip in the middle of your roads.

It would allow pedestrians to cross the five lanes to the green strip while some of the cars are already moving.

These boots may be made for walking, but the US is not.

// Oliver

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Gewaltorgie

Heute waren wir mit einem Kollegen und seiner Frau im Kino bei Taken 3 mit Liam Neeson im AMC im Tysons Corner Center.

Wer die ersten beiden Teile kennt, weiß daß viel Gewalt in diesen Filmen zu sehen ist.

Diesmal haben sich die Macher des Films nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Ich war doch etwas geschockt die Darstellung von Waterboarding im Film zu sehen. Einer Foltermethode, welche so und ähnlich auch von der CIA und anderen benutzt wurde um falsche Geständnisse zu erzwingen.

Amnesty International hat ganz recht damit, daß Folter niemals gerechtfertigt ist.

Der Film verkommt somit zu einer Apologie der US-Foltermethoden. Mit den “Bösen” kann man’s halt machen.

// Oliver

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