Sprüche und andere Eindrücke

Auf der Demo “Keine Macht den Dogmen” am gestrigen Tag gab es verschiedene Sprüche zu sehen, die ich lustig oder interessant fand. Ich habe mir einige notiert und gebe sie hier wieder.

Sehr nützlich für das nächste Kreuzworträtsel:

Katholisch: Schuldgefühl mit Feiertag

Plakat:

Keine Kanzel im Parlament!

Plakat:

Der Heilige Stuhl (untermalt mit der Abbildung eines Häufchens)

Besser hätte ich hier eine absichtlich verunglückte Übersetzung gefunden, bspw.:

holy shit == Heiliger Stuhl

Auf einem T-Shirt:

Ich denke, also bin ich
religionsfrei

Plakat:

L(i)ebensweisen lassen sich nicht benediktieren & wegratzionalisieren

Die Demo wurde – leider – etwas stark vereinnahmt vom LVSD, denn nicht allen ging es allein (oder auch nur vorrangig) um die Sexualmoral der Kirche. Mir ist die beispielsweise ziemlich schnuppe, da ich denke, daß den Kirchen ihre Privilegien entzogen gehören – und zwar nicht nur die finanziellen. Auch gehört für mich der Papst nicht in den Bundestag. Zumal er selbst ja als Kirchenoberhaupt gesprochen hat und dies auch ganz offen sagte – was wiederum die Nase des Bundestagspräsidenten zum Langwuchs angeregt haben dürfte 😉

Plakat:

Wo sind die Mösen in den Diözesen?

Plakat:

Schwester Benedikt, raus aus dem Schrank!

Plakat eines polnischen Bauchredners (bzw. seiner Puppe – beide in Kirchenornat, Webseite):

B16 do zobaczenia w Hadze (poln. für: B16, auf ein Wiedersehen in der Hölle)

Plakat:

Ein kleiner Schritt für Dich, ein großer Schritt für die Menschheit.
Austreten!

Plakat:

Ratzi, weltoffen bis zum Tellerrand

Sehr schön fand ich noch diverse kostümierte Protestformen wie:

  • Der “Papst” welcher mit einer (brandneuen und sauberen) Klobürste und einem Wassereimer die Zuschauer “segnete”
  • Päpstin Rosa und ihre Helfer
  • Einen Wagen der Humanisten auf dem ein “Papst” (gespielt von einer Frau) den Zuschauern zuwinkte und von dem “Weihrauch” strömte. Hinter dem “Heiligen Stuhl” des “Papstes” saßen dann beidseitig Damen welche Schilder hochhielten mit Aufschriften wie “Menschenrechte”, “Toleranz” usw. die dann von “Würdenträgern” (ebenfalls gespielt von Frauen) mit “Bischofsstäben” niedergeknüppelt wurden.
  • Das Mama-Mobil
  • Hitler und der Papst Arm in Arm

Ohnehin war es, durch die anwesenden Schwulen, Lesben und Transgender ein sehr illustrer Haufen.

Die Organisation schien etwas chaotisch. Vielleicht hatte man doch nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. Jedenfalls startete die Anfangskundgebung (mit Ansprachen) erst mit einer Stunde Verspätung (16:00 war angesetzt worden) und nach den ersten langwierigen Reden kam Ungeduld auf und Rufe endlich loszugehen. Uta Ranke-Heinemann hielt auch eine Rede in der man aber das Gefühl bekommen konnte, daß sie als Theologin, und damit Person welche in der Kirche keine Karrierechancen hat, es ihrem ehemaligen Mitstudenten Ratzinger mal so richtig geben wollte. Allerdings mit allerlei Geschwurbel und Bibelzitaten. Vorletzte Redner waren die beiden katholischen Priester welche wegen der Messe welche sie am Mittwoch feiern wollten (und auch feierten) aber vom Berliner Bischof verboten bekamen – was auch in der Presse sein Echo fand. Qualifizierendes Merkmal war, daß sie schwul sind.

Nach der Demo, während derer ich mich den IBKA-Leuten des Landesverbandes angeschlossen hatte, packten wir gerade die Plakate vor der Humboldt-Uni ein, als eine Hundertschaft Polizisten einem kleinen schwarzen Block gen “Neue Wache” folgte, woraufhin wir uns entschlossen die Abschlußkundgebung sausenzulassen und stattdessen noch eine kleine Diskussionsrunde bei Getränken und Essen abzuhalten.

Der einzige Wermutstropfen war in dem Restaurant “Amici” der sichtlich genervte und pampige Kellner, dem es zuviel war entweder Einzelrechnungen auszustellen oder per Kopfrechnung die Einzelposten aus seiner Rechnung zu klauben. 😆 … ich gab ihm 10 Cent Trinkgeld. Aber auch nur, weil ich keinen Bock hatte mir sein Gelaber anzuhören während er das Rückgeld hätte heraussammeln müssen 😉 … der war ja sooooooowas von genervt. Ach ja, lieber Kellner: ich war der mit dem T-Shirt welches “Reverse Engineer” in Spiegelschrift aufgedruckt hatte. Beste Grüße!

// Oliver

Update: habe noch Links zu Flickr mit Bildern gesetzt. Der hier ist auch schön.

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