Kalorienzählen

Ich hatte bereits über die letzten paar Wochen und Monaten damit angefangen gesünder zu essen, nur eins hat mit noch gefehlt. Kalorienzählen.

Die Geschichte von Ben Davis, der zu Beginn seines Gewichtsverlusts – Januar 2009 – 10 Jahre jünger war als ich jetzt bin, hat mir klargemacht, daß es möglich ist. Das war vor vier Tagen. Vielleicht ist es schwerer, weil ich älter bin. Vielleicht dauert es länger. Vielleicht auch nicht. Wir werden es sehen. Meine Gewichtsklasse ist geschätzt (und auf Basis einer älteren Messung beim Arzt) etwa die gleiche und meine Körpergröße ist auch ähnlich.

Ich war nie schlank. Zumindest kann ich mich an diese Zeit nicht erinnern, falls es sie jemals gab. Joggen wurde mir irgendwann als Jugendlicher (irgendwann zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr) von meinen Eltern verordnet. Ich habe es gehaßt. Niemand ist mit mir gerannt und eine Ablenkung ala MP3-Spieler – wie heute – gab es damals noch nicht. Keine guten Voraussetzungen. Sportunterricht habe ich ebenfalls gehaßt. Vor allem weil die meisten (aber nicht alle!) Sportlehrer sich mehr wie Folterknechte benahmen. Entsprechend hagelte es schlechte Noten und die Sportnote zog meinen Gesamtschnitt immer merklich herunter. Irgendwie wurde damals das Belohnungssystem durch ein Bestrafungssystem ersetzt.

Später zwischen 11. und 13. Klasse war ich öfter auch mal in der Schwimmhalle. Das kostete natürlich immer Überwindung, weil es doch hin und wieder böse Kommentare oder angewiderte Blicke gab. Aber das war dennoch erträglicher als zu joggen.

Alles in allem gab nur zwei Sportarten die mir jemals wirklich Spaß gemacht haben: Volleyball und Federball (Badminton). Letzteres habe ich eine Zeit lang sogar im Verein gespielt. Im letzten Jahr auch mehrere Wochen lang im Einzel mit einem Kollegen. Leider ist der dann aus Reykjavík weggezogen und hat jeden Tag zweimal eine reichliche Stunde Fahrt unterzubringen. Bezüglich Unterhaltungswert kann ich mit seinem Sohn im Kindergartenalter ohnehin nicht mithalten. Das verlief sich also auch. Mittlerweile zeichnet sich aber ab, daß ich vielleicht eine Spielpartnerin gefunden habe. Frühestens aber in zwei Monaten wegen anhaltender Schwangerschaft 😆

Vor einiger Zeit war ich regelmäßig im Fitness-Studio. Ein Kollege hatte mich erstmals 2007 dazu ermuntert. Irgendwann verlief sich auch das. Später war ich nochmal 2009 regelmäßig, aber die “Erfolge” blieben aus, weshalb ich auch hier wieder aufgab.

Aber es fehlte ohnehin noch eine Variable in der Gleichung: Kalorien. Ich habe zwar versucht darauf zu achten nicht mehr zu essen nur weil ich trainiert habe. Und zugegebenermaßen tat es meiner Fitness schon gut, wenn auch beim Gewicht quasi nichts zu merken war – allerdings scheint dies allein nicht genug zu sein. Irgendwelche Wundermittel und -methoden habe ich erst garnicht probiert.

Ziel ist ein Kaloriendefizit. So wie ich das jetzt sehe, läßt sich das durch Training allein nicht erzeugen – schließlich habe ich auch noch einen Job und daher nur begrenzt Zeit 😉

Zuerst beginnt man also damit die Kalorien zu zählen. Weiterhin kann man ungefähr ermitteln wieviel der Körper quasi im Leerlauf verbrennt (siehe hier z.B.). Ziel ist es nun dem Körper weniger Energie zuzuführen als er im Leerlauf verbraucht. Damit muß er an seine Reserven gehen, hoffentlich vor allem Fett. Unterstützen kann man die ganze Geschichte noch, indem man regelmäßig trainiert. Durch Training soll unter anderem der “Verbrauch im Leerlauf” erhöht werden und natürlich gleichzeitig die Fitness.

Man geht von ungefähr 3500 kcal pro (amerikanische) Pfund (lbs) aus. Sprich, 3500 kcal Defizit sind ein verschwundenes Pfund.

Soweit die Theorie. Die Praxis ist deutlich schweißtreibender. Aber das soll sich mit steigender Fitness ja geben … glücklicherweise habe ich moralische Unterstützung hier vor Ort gefunden. Und damit meine ich nicht die Form der “Unterstützung” wo man von Bekannten oder Verwandten – sicher gutgemeint, aber dennoch nicht sehr motivierend – mal eben irgendetwas zum Thema Gewichtsklasse, meist aus heiterem Himmel, an den Kopf geknallt bekommt. Schlimmer ist vermutlich nur wenn nichts gesagt wird.

Erste Ziele:

  • (Halbwegs) bequemes Sitzen in einem Flugzeug
  • Normale Kleidergrößen

Da ich hier leider keine Personenwaage in meiner Gewichtsklasse bekomme und der einzige Laden der sie führt von Mai bis inklusive August geschlossen hat, verlege ich mich erstmal auf diese abstrakteren Ziele, bis ich dann irgendwann auch harte Zahlen bringen kann. Wenigstens hat mir die Tatsache, daß der Laden geschlossen hat, dies aber auf deren Webseite nicht ersichtlich war, am Samstag einen langen Spaziergang (schnellen Schrittes) und einen finalen Sprint um den Bus zu bekommen beschert. Bus? Jupp. Der Laden ist mehrere Kilometer Luftlinie von hier und ich wollte noch innerhalb der vermeintlichen Öffnungszeiten dort aufschlagen.

Wenn C25K hält was es verspricht, könnte ich im September sogar mit den Stockenten watscheln :mrgreen:

// Oliver

PS: Erste Lektion: trink nicht deine Kalorien. In Getränken sind oft Kalorien versteckt, selbst in vermeintlich gesunden wie Milch oder Saft.
PPS: Zweite Lektion: wo Wasser ist, paßt keine Nahrung mehr rein. Abgesehen davon hat Wasser keine Kalorien und hilft dabei die im Körperfett gesammelten Giftstoffe herauszuspülen.

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5 Responses to Kalorienzählen

  1. hitzi says:

    Wo ist der Daumen hoch Smiley 🙂

    Die Getränke auf Wasser umzustellen ist ein guter Anfang. Dann regelmäßige Zeiten für das Essen festlegen. Auch auf kleine Zwischenmahlzeiten achten, so dass der Zuckerspiegel nicht zu sehr absinkt. Macht man das nicht, isst man bei bei der nächsten größeren Mahlzeit viel zu viel. Was bei mir immer viel Gewichtsverlust bringt, ist eine Zeit auf Süßigkeiten zu verzichten – hält bei mir zwar nicht ewig an, aber nach so einer Pause isst man die dann auch bewusster und stopft die nicht sinnlos in sich rein. Ach so … nicht vorm Fernseher essen, der lenkt nur ab und man isst wieder zu viel.
    Beim Laufen jetzt am Anfang darauf achten es nicht zu übertreiben. Gerade beim Übergewicht müssen die Gelenke schwer arbeiten beim Sport und dann ist da noch die Sache mit der Motivation – zu sehr ausgepowert ist am Anfang kontraproduktiv für die Motivation. Auspowern kannst du dich immer noch, wenn du dich nicht mehr zu sehr zum Laufen überwinden muss. Setze dir kleine Ziele für den Anfang, wie zum Beispiel 2 Minuten Gehen, 2 Minuten langsam(!) Joggen und wiederhole das dreimal. Das geht mit der Zeit immer leichter, so dass du die Wiederholungen erhöhen kannst und die Zeit der “Gehabschnitte” heruntersetzen kannst. Aber immer nur eins – entweder Wiederholung hoch oder eben die Ruhepausen (Gehabschnitte) runter.
    Genauso wichtig, wie die eigentliche Aktivität ist die Pause danach. Mach nicht den Fehler und geh jeden Tag laufen. Ein oder zwei Tage Pause dazwischen sind wichtig für den Körper.
    Versuche in möglichst vielen Gegebenheiten auf eine sportliche Alternative auszuweichen. Vielleicht ist der Arbeitsweg mit dem Rad machbar (oder andere Wege). Vermeide Rolltreppen und Fahrstühle und nutze dafür die Treppen.
    Suche dir Trainingspartner – da macht man eher ein Training, wenn man allein gar nicht erst aus dem Haus gegangen wäre.
    Protokolliere jede Aktivität (Zeit, evt. Strecke) um dir die Fortschritte zu visualisieren.
    Nutze das Internet für Trainingspläne oder -anregungen. Ich hab das hier mal genutzt: http://my.asics.de/my
    Belohne dich auch mal nach größeren Anstrengungen 🙂

    So das war’s erst mal auf die Schnelle. Wenn mir noch was einfällt schreib ich es noch dazu.

    Viele Grüße

  2. Oliver says:

    Hallo Hitzi,

    danke für die aufmunternden Worte. Fernseher ist glücklicherweise kein Problem (habe zwar einen, aber der ist nur mit dem DVD-Spieler verbunden und DVDs gucke ich vielleicht eine pro Monat wenn’s hoch kommt). Computer schon eher, aber dank Kalorienzählen ist das schon alles etwas bewußter.

    Der Rest wird sich erst zeigen müssen. Jedenfalls hat es jetzt auch im Kopf geklickt und es ist nicht mehr nur ein widerwilliges Ziel 😉

    Habe C25K gestern begonnen und den ersten Tag der 200 Situp Challenge. Desweiteren gehe ich jeden Tag auf den Crosstrainer. Ist halt so bequem weil daheim verfügbar. Sobald ich dann etwas fitter bin, will ich auch wieder ins Fitness-Studio gehen. Wenn auch weniger wegen Krafttraining sondern mehr wegen “Gesellschaft” und weil es anspornender ist (das weiß ich aus der Vergangenheit).

    // Oliver

  3. Mathias says:

    Ich wünsche dir viel Ausdauer, Olli! Und nicht aufgeben! 🙂

  4. Oliver says:

    Danke dir!

    Ausdauer werde ich brauchen 🙂

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