Wieso bekommen es (Fach-)Journalisten nicht auf die Reihe Inflation zu erklären?

Ständig wird von Teuerung gefaselt. Teuerung ist nicht die Ursache, die ist das Symptom. Der Wertverlust der Währung ist bei Inflation das Problem.

Und erklären läßt sie sich eigentlich auch ganz einfach. Nämlich mit einer leckeren Suppe. Die Suppe symbolisiert dabei die Gesamtmenge der im Umlauf befindlichen Währung. Ihr Geschmack ist der Wert der Währung.

Nun stellen wir uns eine Feier vor, bei der die Suppe serviert wird. Eingeladen sind zwei Dutzend Gäste.

Nachdem das erste Dutzend der Gäste einen Teller Suppe erhalten hat, zeichnet sich ab, daß die Suppe nicht ausreichen wird. Also beginnen die Gastgeber frei nach dem Motto “Noch’n Eimer Wasser; es ist noch Suppe da!” die vorhandene Suppe zu verdünnen.

Das ist Inflation. Wir machen aus wenig Suppe (Währung) mehr, aber dabei läßt der Geschmack (Wert) nach. Inflation bedeutet ja auch Aufblähung. Die Menge wird hier also aufgebläht, während die Substanz — der Wert — gleich bleibt.

Und noch einen Aspekt kann dieses Gleichnis vermitteln. Während die zuerst eintreffenden Gäste den vollen Geschmack auf ihren Suppentellern vorfanden, mußten sich die später eintreffenden Gäste mit verdünnter Suppe zufrieden geben. Auch bei Inflation der Währung sind nicht alle Teilnehmer im Wirtschaftssystem gleich betroffen.

// Oliver

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1 Response to Wieso bekommen es (Fach-)Journalisten nicht auf die Reihe Inflation zu erklären?

  1. orinoco says:

    Ich habe meine Erwartungshaltung hinsichtlich sogen. “Fachjournalisten”¹ auf ein Minimum reduziert.

    ¹ das Wort ist eigentlich ein Oxymoron, wenn man “Journalist” mit “Universaldilettant” übersetzt.

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