Realer als die Realität

War gestern im Kino zu “Resident Evil – Afterlife”, in der 3D-Version. Ehrlich gesagt scheint diese 3D-Geschichte die Antwort auf HD zu sein. Statt knackiger scharfer Bilder gibt es eben zum Teil verschwommene Bilder. Ich bereue schon fast, daß ich “Avatar” nicht doch auch in 3D geschaut habe, um mal den Vergleich zu haben. Denn eines ist klar: nach diesem Kino-Erlebnis lege ich keinen Wert mehr auf 3D. Allerdings fand ich es nicht grausam genug um dieser Technik komplette abzuschwören. Zu “Avatar” habe ich aber bereits gelesen, daß die Kamerafahrten dort nicht so übereilt sind und auch die Schnitte angenehmer für das Auge sind. Bei “Resident Evil – Afterlife” kann man das nicht sagen. Ich empfand einige der Umschnitte als sehr irritierend, da im Prinzip die Augen gezwungen wurden von “weit weg” auf “nah dran” umzufokussieren (ggf. auch umgekehrt). Wenn dies auch noch so schnell gehen muß, wird dies rasch anstrengend.

Abgesehen davon, daß die 3D-Effekte dem Film für meinen Geschmack eher eine surreale Note gaben, wurde an vielen Stellen auch einfach übertrieben. Wenn bspw. die Kamerafahrt mittendrin angehalten wird um zwei (aufgrund eines Aufpralls) durch einen Hubschrauber geschleuderte Menschen in einer eher eigenwilligen Ästhetik darzustellen, oder eine Pistolenkugel gleichfalls nahezu anzuhalten und in sinnloser Vergrößerung darzustellen, erinnert es allenfalls an die surreale Szenerie in “Matrix”. Überboten wurde der Spaß dann auch nur von der Szene in der mehrere der “Zombies” in Zeitraffer ihres Hirns entledigt werden. Ich denke der Schrecken in Horrorfilmen (oder Thrillern) muß nicht zwangsläufig durch die Ästhetik eines Gewaltpornos erschaffen werden, genau die SciFi nicht unbedingt irgendwelcher Spezialeffekte bedarf (wie man anhand von “The Man from Earth” wunderbar gesehen hat). An vielen Stellen bekam man das Gefühl, daß entweder der Regisseur (oder andere Verantwortliche) geradezu verliebt war in die 3D-Technik oder daß diese auch an absolut unsinnigen Stellen nur zu Demonstrationzwecken extra ausgeschlachtet wurde. Irgendwie mangelte es dann trotz 3D an Tiefe 😉

Selbstverständlich wurden an vielen Stellen unsinnigerweise Anglizismen verwendet. Nichts gegen Englisch, denn es ist die Sprache die ich vermutlich 90% der Zeit verwende, aber entweder oder! Aber vielleicht bemerkt man es stärker, wenn man normalerweise auf Englisch kommuniziert und nur ausnahmsweise Deutsch benutzt. Wer weiß?

Der Film war halt Unterhaltung, nix besonderes aber auch nicht besonders schlecht. Das Ende suggerierte im Übrigen eine weitere Fortsetzung. Na dann …

// Oliver

PS: Die Antipiraterie-“Werbung” mit ihren Mondzahlen wird auch nicht besser und nervt genau wie auf gekauften DVDs. Nur bei Mitschnitten oder heruntergeladenen Filmen die man von Freunden oder Kollegen bekommt sieht man diesen Mist nie. Ist doch seltsam, oder?

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2 Responses to Realer als die Realität

  1. Christian says:

    Ich habe dern Vergleich ziehen können und muss sagen, dass man bei Avatar viel mehr von 3D hat als nun bei RE. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass 3D in RE nicht so gut ist, denn sonst hätte ich noch einen weiteren Grund, neben Avatar, mir die teure 3D Technik für zuhause anzuschaffen. Aber so kann ich guten Gewissens RE als 2D Film hinzufügen und dann auf englisch schauen, da stören mich die Anglizismen nämlich nicht. Ob man RE gut fand, muss jeder für sich entscheiden, schließlich war jeder Vorgängerfilm genauso von den Kritikern zerissen wie hochgelobt worden. Wer allerdings das Spiel gespielt habe — ich nicht — der wird allerdings einige Elemente (wie den Skarabäus oder den T-Virus) deplaziert gefunden haben. Im Spiel, so wurde mir gesagt, wurden sie anders eingesetzt.
    Witzig fand ich die Anspielung von Chris Redfield (gespielt von Wentworth Miller) auf Prison Break, wo er von sich selbst fand, dass er nicht eingesperrt gehöre.
    Interessant fand ich aber auch die Waffenkammer, die sich wohl im Keller zu befinden schien, wobei die Protagonisten einen Aufzugsschacht hinuntertauchen mussten, um vor der Waffenkammer ein paar Treppenstufen aus dem Wasser steigen zu können. Entweder habe ich es nicht verstanden oder das Wasser schien sich von der Kammer entfernt zu halten. Eine Luftblase durch Lufteinschluss? Warum entkommen die Helden dann durch das Lüftungssystem?
    Und am Ende auf dem Schiff, sollten da nicht 1000 Gefangene gewesen sein?
    Sehr nett, aber zuerst von mir übersehen, war der Wieder-Auftritt von Sienna Guillory, die man schon im zweiten Teil als Jill Valentine im Minirock rumhüpfen sah.
    Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Teil, obwohl ich diesmal dann den 3D Teil weglassen werden, besondern schon deshalb, weil zumindesten in meinem Kino, bedingt durch die Filterbrillen das Bild viel zu dunkel war und meine Augen doch etwas schmerzten.

  2. Oliver says:

    Stimmt, Kontrast ist noch das nächste Problem bei diesen Brillen. Wenn das Gesamtbild zu dunkel ist, wird es schlecht. Und in diesem Film gab es sogar noch eine Menge Umschnitte von sehr dunkel auf grellweiß.

    Den Hintergrund des Films kenne ich noch weniger als du und Prison Break habe ich nie gesehen.

    Am Ende sollten sogar 2000 Gefangene dagewesen sein. Ich nehme an denen ging das Budget für Statisten aus 😉

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