»Lenkungswirkung«

Am Dienstag, als ich zum Büro fuhr, meinte ein Sprecher in hr-Info, falls ich bei einer Tankstelle ranführe, solle ich versuchen keine schlechte Laune zu bekommen, ob der Spritpreise. In der Tat war für diesen Tag einmal Tanken geplant.

Nun bin ich in der komfortablen Lage durch meinen Arbeitsvertrag meine Arbeit von daheim erledigen zu dürfen. Ich fahre üblicherweise nur zu diversen Besprechungen und wöchentlich einmal zu Betriebsratssitzungen ins Hauptquartier.

Andere Kollegen haben diesen Komfort nicht. Sofern diese Kollegen länger als zweieinhalb/drei Jahre dabei sind, zumeist weil sie es sich nie schriftlich geben ließen und es davor einfach als Selbstverständlichkeit gelebt wurde. Einige fahren mit dem Fahrrad, sofern das Wetter und die Entfernung es zulassen. Einige wenige nutzen Öffis. Viele könnten Öffis zwar nutzen, würden dann aber pro Woche deutlich mehr Stunden unterwegs verbringen 1. Hinzu kommen »lustige« Themen wie die Tarifgebiete, wenn man das angebotene Jobticket nutzt. Es ist ein regelrechter Tarifdschungel, falls man »falsch« wohnt.

Aber zurück zum Radioprogramm: dort wurde ich dann auf der Rückfahrt belehrt, daß die Erdölkonzerne nicht einmal die Hälfte des Literpreises bekämen und daß der größte Teil aus staatlichen Abgaben bestehe.

Erklärt wurde dann weiterhin, daß dies durchaus beabsichtigt sei, wie das mit dem Tankrabatt lief, warum man den nicht noch einmal möchte und welches Ziel diese Abgabenstruktur hat.

Die Rede war von Lenkungswirkung. Davon, daß sich Menschen halt überlegen sollten ob es beim nächsten Mal nicht vielleicht doch ein E-Auto sein sollte.

Lenkungswirkung, hmm. Interessanter Aspekt! Das regt zum Nachdenken an …


Anderes Thema 2: Wie kommt es eigentlich, daß sich die Regierungsparteien der letzten Jahre beharrlich weigern Homeoffice als Recht für Arbeitnehmer anzubieten, sofern die Tätigkeit dies erlaubt. Das wäre heutzutage bei erstaunlich vielen Tätigkeiten der Fall. Stattdessen schreibt uns Blackrockkanzler Merz ins Hausaufgabenheft wir seien ohnehin alle zu faul und sowieso … Attest ab erstem Kranktag. Ein wahrer Segen für Ärzte, andere Patienten und Personaler.

Man stelle sich vor: Homeoffice für Millionen von Arbeitnehmern die zuvor pendeln mußten. Selbst wenn der Anspruch eine zeitliche Einschränkung hätte wie drei von fünf Arbeitstagen o.ä., würden die Straßen leerer. Es würden Unmengen an Kraftstoff gespart und Unmengen an Abgasen nicht ausgestoßen. Man käme den eigenen »Klimazielen« ein Stück näher. Leerere Straßen würden all jenen helfen deren Tätigkeit auf der Straße stattfindet (bspw. Fernfahrer) oder die aufgrund ihrer Tätigkeit keine Homeoffice-Option haben (bspw. Verkäufer in einem Laden). Das was man nicht in immer breitere Straßen stecken müßte, ließe sich vielleicht als Umlage an jene ausschütten, denen Homeoffice versagt ist. Von der sogenannten »Work-Life-Balance« bei Heimarbeit ganz zu schweigen. Daß man ein Kind im Krippen- oder Kindergartenalter nicht krank daheim haben und parallel sinnvoll arbeiten kann, ist eine Binsenweisheit. Aber mit zunehmendem Alter kann man bei leichten Infekten durchaus dem Kind eine Beschäftigung geben und parallel arbeiten. Das nützt dem Arbeitgeber und der Gesellschaft als Ganzes.

Ach ja … noch’n Thema: wir müssen ja das Klima retten! Das hat der Mutterkonzern meines Arbeitgebers auch erkannt und betont immer was man dafür alles tut. Seit ein paar Monaten gilt Anwesenheitspflicht im Hauptquartier: fünf Tage die Woche, sofern man nicht bereits etwas anderes im Arbeitsvertrag zu stehen hatte. Das kam mir nur gerade so ein. Kein Zusammenhang mit den vorherigen Gedanken weiter oben … Indianerehrenwort.

Anwesenheitspflicht. Auch so ein schöner deutscher Begriff …

// Oliver

  1. würde ich mit den Öffis statt mit dem Auto fahren, käme ich auf über eine Stunde Fahrzeit pro Strecke, während es mit Auto eine knappe halbe Stunde ist[]
  2. es gibt wirklich, Indianerehrenwort!, keinen Bezug zu den weiter oben formulierten Gedanken![]
This entry was posted in DE, Gedanken, Ich, der Zyniker and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *