Hätte man doch

… tja, hätte man doch bspw. ein Lexikon oder die Wikipedia bemüht um mit einem Irrglauben aufzuräumen, dem man nun schon sehr lange aufsitzt. In meinem Fall betrifft dieser Irrglaube Kümmel und seinen quasi “Stiefbruder” den Kreuzkümmel. Jeder Mensch weiß, daß man in Sauerkraut ein wenig Kümmel machen sollte. Leider kannte ich bis heute nicht den Unterschied zwischen Kreuzkümmel (muß doch wegen des Namens ein Kümmel sein …) und echtem Kümmel. Aufgrund eines Bildes das mir jemand zur Erklärung des isländischen Begriffes (der im Englischen ebenso existiert) “cumin” einst gezeigt hat, war für mich klar, daß das Kümmel sein müsse. Denkste. Ich kann nur jedem empfehlen mal als Experiment in der Küche einen kleinen Teil des Sauerkrautes (oder anderen Gerichten die echten Kümmel verlangen) mit Kreuzkümmel zuzubereiten.

Glücklicherweise bin ich kein sonderlicher Fan von (echtem) Kümmel, schätze aber schon die “Note”. Daher habe ich nur ein wenig von “der Fälschung” (also dem Kreuzkümmel) reingemacht. Heute gab das schon bei einigen Bissen eine unangenehme Überraschung, wie das auch im Wikipedia-Artikel zum Kreuzkümmel (s.o.) beschrieben wird. Mal sehen wie das morgen wird …

Und das bei den Schwierigkeiten hier auf Island überhaupt an Sauerkraut zu kommen. Von geschmacksarm kann man dennoch nicht reden, immerhin gibt es hier Spezialitäten wie hákarl – lecker “fermentierter” Grönlandhai in Bröckchen (paßt hervorragend zum auch nicht so toll schmeckenden Brennivín) – súrsaður hrútspungar – in Sauermolke eingelegte Schafsbockeier – und nicht zuletzt den am Vorweihnachtstag beliebten kæst skata – kurz: Gammelrochen – die alle ein sehr intensiver Geschmack verbindet. Erst bei sviðasulta – Schafskopfsülze (auch gern mit Augen) – und slatur – unserer Grützwurst nicht unähnlich – wird der deutsche Magen wieder etwas versöhnlicher mit der isländischen Küche gestimmt. Bei kandierten Kartoffeln hört dann allerdings der Spaß absolut auf. Auch hier kann man einer Verwechslung aufsitzen – die sehen vergrößerten (frittierten) Kartoffelbällchen leider allzu ähnlich. Aber nicht mehr wenn man inzwischen vorgewarnt ist … siehe dazu auch der sehr unvoreingenommene Artikel Isländische Küche bei Wikipedia.

// Oliver

PS: Echten Kümmel scheint es übrigens dann hier nicht zu geben … Briefchen oder Hilfslieferungen willkommen 😉 :mrgreen:

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1 Response to Hätte man doch

  1. Also, wenn du mir deine Adresse mailst, schicke ich dir n Päckchen Kümmel rüber. :mrgreen: Muss mich ja noch irgendwie für das DDK von vor langer Zeit revanchieren. 😉

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