Buchempfehlung “Nachrichten aus einem unbekannten Universum”

Für die deutschen Leser meines Blogs dachte ich, daß es vielleicht mal interessant wäre ein Buch zu empfehlen. Erstmal vorausgeschickt, ich bin ein totaler Buchnarr. Ich habe viele Bücher und davon auch einige die 100 Jahre oder älter sind – und natürlich habe ich auch zwei ExLibris-Stempel um meine Bücher zu markieren.

Einerlei. Kurz vor Weihnachten letzten Jahres stöberte ich in einem deutschen Buchladen – nämlich in der Zeit in der ich auf Heimatbesuch war – und fand ein Buch von Frank Schätzing genannt “Nachrichten aus einem unbekannten Universum”. Da ich bereits 2006 sein Buch “Der Schwarm” gelesen und gemocht hatte, habe ich das Buch mal gleich in den Einkaufskorb gelegt. Erst später, als ich das erste Mal in dem Buch las, kam die Überraschung: das Buch war kein (Science-)Fiction-Roman ala “Der Schwarm”, man könnte es eher als Sachbuch einordnen. Zum Glück hatten das die Verkäuferinnen in dem Buchladen übersehen, so daß deren “Fehleinordnung” und mein “Fehlgriff” zu einem Glücksgriff wurden.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und hat die Erdgeschichte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Thema. Dabei wird auf die Entstehung des Lebens als auch auf dessen Entwicklung eingegangen. Herr Schätzing versteht es auch gut die Zeiträume von denen die Rede ist zu veranschaulichen.

Die Erzählweise ist einfach wunderbar unterhaltend – gleichzeitig wird eine Menge Wissen vermittelt. Nun ist es so, daß es in der DDR zur Jugendweihe immer Bücher gab. Auch meine Eltern hatten davon je eine Ausgabe und ich habe die als Kind immer verschlungen. Außerdem gab es bei meinen Eltern auch mindestens ein Buch über Saurier sowie eine Menge anderer interessanter Bücher die nicht explizit für Kinder geschrieben waren. Daher bin ich sozusagen schon “vorbelastet”.

Der Witz, gekoppelt mit dem vermittelten Wissen, ist jedoch eine so bombastische Mischung, daß auch ausgewiesenen Lesemuffeln Freude beim Lesen dieses Buches nicht erspart bleiben wird 😉 … ein Beispiel (Thema “Krill”):

Den Löwenanteil allerdings beanspruchen Robben für sich, von denen einige nichts anderes fressen. 130 Millionen Tonnen der winzigen Krebse putzen sie jährlich weg, sodass Herr und Frau Krill rund um die Uhr mit Fortpflanzung befasst sind.

Und das machen sie gut.

Als Kind wollte mir nicht einleuchten, wie ein über 30 Meter langer Wal mit einer Hand voll Mickerlingen zurechtkommt. Führt man sich jedoch vor Augen, dass alleine der Antarktische Krill bis zu 750 Millionen Tonnen Biomasse auf die Waage bringt, kann man sich ausgedehnte Fressgelage und pappsatte Wale vorstellen: Noch’n Portiönchen Krill? Nee, beim besten Willen, ich kann nicht mehr!
(Seite 326, Paperbackausgabe von “Nachrichten aus einem unbekannten Universum”)

Für Leser von “Der Schwarm” absolut empfehlenswert. Und der Rest könnte auch mal wieder was für seine Allgemeinbildung tun. Im letzten Jahr hatten selbst im Herbst drei Viertel der deutschen Bevölkerung noch kein Buch im Jahr 2007 vollständig durchgelesen.

// Oliver

PS: Das Buch ist nichts für Leute die einer “Intelligent-Design”-Theorie anhängen. :mrgreen:

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7 Responses to Buchempfehlung “Nachrichten aus einem unbekannten Universum”

  1. Aaron says:

    Lese zur Zeit auch ein (Fach)Buch über Zeitreisen (wenn man das denn Fachbuch nennen darf :)). Dass 3/4 der deutschen nicht wirklich Bücher lesen find ich schon ziemlich heftig. Wie muss das erst in Amerika aussehen …

  2. Oliver says:

    Darf ich fragen von wem das Buch ist und wie es heißt?

    // Oliver

  3. Aaron says:

    Das ist “Zeitmaschinen – Mythos und Technologie eines Menschheitstraums” von Falko Blask und Ariane Windhorst.

  4. guste says:

    Was beschwert ihr euch? Der Trend geht doch eindeutig zum Zweitbuch 🙂

    Wer Schätzing mag, sollte auch Tod und Teufel lesen.


    guste

  5. Oliver says:

    Ich beschwere mich nur, daß die meisten Leute zu wenig lesen 😉

    Bei mir geht der Trend eher in Richtung x-hundertstes Buch :mrgreen:

    // Oliver

  6. guste says:

    Das ist bei mir ähnlich, aber in vielen Haushalten gibt es die Bibel und ein Telefonbuch …


    guste

  7. Oliver says:

    Wohl wahr. Die Bibel habe ich auch, aber nur weil mich Religionen allgemein interessieren. Und Telefonbücher hier in Island sind nicht halb so prickelnd wie in Dtl. – mal abgesehen davon, daß in ganz Reykjavík und Umgebung ungefähr soviele Leute leben wie in einer Stadt, die in Deutschland noch gerade so als Großstadt durchgehen würde.

    Wenn du schon die Aussage triffst, daß es in den meisten Haushalten eine Bibel gibt, gibt’s da auch noch Daten zur Anzahl derer, die sie auch wirklich lesen? Wäre doch interessant! Ich persönlich halte ja das Lesen der Bibel immer noch für die beste Werbung gegen das Christentum – und zwar sowohl in der Weichspülvariante, wie auch den etwas fundamentalistischeren.

    // Oliver

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