Mir ist aufgefallen, daß im Isländischen Europa als Evropa und der Euro als Evro geschrieben wird. Manch einer kennt das vielleicht schon von anderen Sprachen, aber Altnordisch (und somit Isländisch) und Russisch haben nachweislich einige gegenseitige Einflüsse, die mehr als 1000 Jahre zurückliegen (garðr/garður und город, beispielsweise).
Im Russischen schreibt man demnach Европа und Евро, was in der Umschrift exakt der isländischen Schreibweise entspricht. Im Russischen geht das allerdings noch weiter, so daß auch Worte wie “Auto” (автомобил - avtomobil) mit einem kyrillischen “W” (also В) geschrieben werden. Das Isländische hat hier glücklicherweise ein eigenes Wort, nämlich “bíl” (Auto) bzw. “bíllin” (das Auto, bzw. der, wenn man nach grammatikalischem Geschlecht geht). Ansonsten müßte es wohl auch zwangsläufig “avto” werden, da man “au” im Isländischen in etwa wie (deutsch) “äu” ausspricht. Und das klänge dann wohl doch etwas bescheuert
… for the Eurovision Song Contest 2008 from “Euroband”. This is, as far as I was told, really the official video that was sent in for Iceland. It’s really hilarious in my opinion, although for example my boss wasn’t as amused as anticipated
Hier auf Ísland gibt es eine interessante Regelung. Diese Regelung betrifft die Kirchensteuern; ja, auch die gibt es hier
Das Schöne ist, daß man wählen kann. Als Steuerzahler habe ich zwar nicht die Wahl ob ich diese Steuer bezahle (Vgl. mit Deutschland, wo Arbeitslose meines Wissens nach auch Kirchensteuer zahlen müssen), aber sehr wohl an wen. Es ist nämlich nicht per-se eine Kirchensteuer. Ich kann entscheiden, daß die von mir gezahlte Steuer entweder der Kirche (eher nicht …) oder der Bildung zugutekommt. Der schöne Nebeneffekt: Bildung verringert den Einfluß der Kirche zusätzlich.
Unschön: man wird standardmäßig - ähnlich wie bei den Arbeitslosen in Deutschland - in die “Kirchensteuer-Kategorie” reingesteckt und muß beim Hagstofan (Borgatún, Reykjavík - gleich bei mir um die Ecke) die Änderung beantragen. Hagstofan ist die Melde- und Statistikbehörde Íslands.
// Oliver
PS: Wozu die Adresse angeben? Nunja, auf Ísland gibt es nicht so sonderlich viele Städte, schon garnicht größere - und mehr als zwei Drittel der Bevölkerung wohnen in der Hauptstadtumgebung (”Greater Capital Area”). Vielleicht hilft’s anderen Betroffenen …
Everyone knows John Cleese (keyword: “Monty Python”), but you might not know Kaupþing. It’s a bank, and by chance the bank I have my account with here in Iceland. Now, don’t get me started on the topic of banks, but the ads that Kaupþing was having broadcasted in Iceland made it even to my attention, because everyone found them funny. However, I don’t have TV, so I gave it a try and searched on Youtube. Continue reading ‘John Cleese and Kaupþing’
Ich stehe noch immer leicht unter Schock. Heute sollte mein Flug nach Berlin eigentlich planmäßig um 15:20 gehen. Aufgrund des orkanartigen Wetters, welches wir derzeit hier auf Island haben, stand aber schon am Vormittag auf der Webseite des Flughafens in Keflavík, daß der Flug (bis dahin unbestätigt) auf mindestens 19:30 verschoben sei.
Es zeichnete sich aber bereits am morgen ab, daß die Flüge wohl ohnehin noch später oder garnicht mehr heute stattfinden würden. Und siehe da, am Nachmittag stand es dann auch auf der Webseite “24 HOUR DELAY” und die neue Abflugzeit war mit 12:35 am Samstag angegeben. Also stellte ich mich schon seelisch und moralisch darauf ein. Continue reading ‘Herzkasper’
Was bedeutet dieses Wort? Es ist ein Name und zeigt die Aussprache des Namens, wenn man obiges Wort nach deutschen Ausspracheregeln liest. Es ist der Name für den größten isländischen Flughafen (und die Siedlung): Keflavík.
Apropos isländisch. Im Isländischen benutzt man nicht, wie bspw. im Deutschen, ein gesondertes Wort für die Höflichkeitsform - also “Sie” statt “Du”. Stattdessen gibt es im Isländischen nur noch das Wort für “Du” - es duzen sich also defacto alle Menschen hier auf Ísland, man sagt “Þú”. Das ist genau das Gegenteil der Entwicklung im Englischen, wo das ursprüngliche “thou” (aus alten Bibelübersetzungen ist das “thou shalt not” ja wohlbekannt) - Vgl. “Þú” - von der ursprünglichen Höflichkeitsform “you” (früher “ye”) abgelöst wurde. Im Englischen siezt man sich also ständig. Daß gerade unter Deutschen das Mißverständnis vorherrscht, daß “you” als “Du” zu verstehen sei, ist wohl darauf zurückzuführen, daß der U-Laut im Wort vorherrschend ist. Das führt dann zu Auswüchsen wie dem wohlbekannten “You can say ‘You’ to me”, welches in diesem Artikel (PDF) Altbundeskanzler Helmut Kohl zugeschrieben wird.
Wie versprochen, hier die Auflösung. Einige werden vermutlich zumindest den “Baumschmied” (trésmiður) erraten haben - es handelt sich um einen Tischler. Im Falle eines klassischen Schmiedes, sagt man im Isländischen “Eisenschmied”: járnsmiður, um eine Unterscheidung zu ermöglichen. Smiður allgemein bedeutet soviel wie Handwerker, auch wenn die Ähnlichkeit sowohl mit dem deutschen Wort “Schmied”, als auch mit dem englischen Wort “smith” eindeutig ersichtlich ist. Der Buchstabe “ð” (groß “Д: Eth) mag einigen aus altenglischer Literatur geläufig sein, genau wie beispielsweise “Þ” (groß “þ”: Thorn). Im Isländischen existieren diese Buchstaben noch, wobei das Eth wie ein stimmhaftes Thorn ausgesprochen wird und das Thorn exakt dem TH aus dem Englischen entspricht - eben nur als einzelner Buchstabe.
Beim eldhús sieht es schon etwas schwieriger aus. Hús bedeutet “Haus” und im Isländischen kann man Substantive auch aus einer Vielzahl anderer Worte zusammensetzen. Es ist also ein Haus mit einem bestimmenden Attribut. Und bei eld wird es interessant. Das Wort bedeutet “Feuer”, aber - als kleiner Tip - das Zeitwort (Verb ) að elda bedeutet “kochen”. Damit dürfte die Bedeutung klar werden. Es handelt sich beim eldhús um eine “Küche”. Wie man sehen kann, ist das Isländische eine sehr bildhafte Sprache. Leider gibt es durch die Ähnlichkeiten - wie man sie auch schon aus dem Englischen kennt - auch jede Menge “falsche Freunde” (Englischlehrer benutzen dafür den Begriff “false friends”).
// Oliver
PS: Zuguterletzt “og” bedeutet “und”
PPS: “Hvaða tungamál tala Þú?” -> “Welche Sprache sprichst du?”
Heute habe ich meinen ersten isländischen Film gesehen. Der Film heißt Astrópía und kam vor zirka 2 Wochen frisch in die (isländischen) Kinos. Dieser Film war herzerfrischend und würde garantiert in Deutschland und anderen europäischen Ländern, wo man Untertitel nicht scheut oder synchronisierte Filme kennt, auch ein Erfolg werden. Klar, es stehen hin und wieder Sachen auf Isländisch auf Schildern et cetera, aber alles in allem ist der Film in dieser Hinsicht relativ neutral. Nicht, daß ich die Sprache schon derartig verstehen würde, daß ich den Film flüssig verstehe, aber da der Kinobesuch von Friskies - einem Club der Angestellten meiner Firma gesponsort wurde - hatte ich ein paar Kollegen um mich, die ich ab und an mit Fragen genervt habe und ansonsten war auch mit nur geringem Verständnis der Sprache eine Menge Spaß dabei. Continue reading ‘Mal wieder ein europäischer Film, diesmal auf isländisch’
Dem Rat meines Chefs Friðrik folgend, habe ich soeben mein Schlafzimmer halbwegs lichtdicht bekommen, indem ich das Fenster mit Aluminiumfolie “abgedichtet” habe. Kommende Nacht werde ich erstmal sehen wie haltbar diese Lösung ist und ob es wirklich so gut hilft. Falls ihr es nicht wißt, in Island gibt es die sog. Mitternachtssonne. Obwohl das auf der Hauptinsel keine echte Mitternachtssonne ist, weil die Isländer ein wenig mit der Zeitzone geschummelt haben, wird es seit einigen Wochen nachts schon nicht mehr richtig dunkel (und das ohnehin schon sehr spät und nicht für sehr lange). Meine Vorhänge sind zwar relativ lichtdicht, was aber nicht viel hilft, weil an den Seiten Licht ins Zimmer dringen kann. Daher diese verschärfte Maßnahme.
Apropos “verschärfte Maßnahmen” - bin mal gespannt was man sich in Sachen G8-Gipfel noch so alles einfallen läßt um dem Vorwurf des russischen Präsidenten auch gerecht zu werden.
Aktuell kann man mit Isländischen Kronen ziemlich preiswert Angebote einkaufen, die in US-Dollar ausgepreist sind. Habe ich doch gleich mal genutzt. Da liebe ich mir doch das Internet und herunterladbare Software. Kein Ärger und Extrakosten durch den Zoll
Die Sonne - die man im Grunde heute nur vor um 6:00 und nach um 20:00 zu Gesicht bekommen hat - verabschiedet sich so langsam und es hat gerade begonnen zu schneien. Die letzte Nacht habe ich mit Freunden auf dem Land verbracht und da waren es minus fünf Grad Celsius nach Mitternacht. Vielleicht ist’s morgen ja alles wiedermal zugeschneit?
As some of you may know, FRISK Software had invited professionals from the AV industry and AV testers to attend the “International Antivirus Testing Workshop” this week in Reykjavik. The workshop was held on tuesday and wednesday and I had the chance to attend the second session (in the afternoon) on wednesday, which included a panel discussion. To me the presentation of Prof. Klaus Brunnstein was most interesting and in some respects it would be good if the AV industry would use a “more academic” approach. Indeed it would be highly useful for everyone, if the AV industry and AV testers agreed on some guidelines for testing, so the test results would be comparable and especially more comprehensive. At the moment it seems that competition has priority over the protection of users (yes users, not only particular customers of particular vendors!). Of course a viruslab or the software engineers are not pleased if the test results suggest that their product is so much less effective than a competitor’s. However, the first and foremost priority for us should be the protection of the users and the society - an ideal that was well described by Prof. Brunnstein and to which I subscribe almost entirely.
Als ich gestern einreiste, brachte ich eine Erkältung aus Deutschland mit sowie Alkohol in legalen Mengen. Beim zweiten Posten gab es allerdings ein paar Problemchen, beim ersten hingegen nicht, bin also nicht unter Quarantäne gestellt worden.
Der gesunde Menschenverstand sagte mir, daß das Kaufen von weiteren Alkoholreserven nach der Landung in Island keine Probleme machen sollte. Aber mit dem gesunden Menschenverstand ist’s wohl weltweit gleich - viel taugt der heute nicht mehr. Ich wurde dann von einem Zöllner aufgefordert meine Koffer auf so ein Röntgenband zu legen und tat das auch, im Vertrauen daß ich nichts Falsches getan hätte. Die Zöllnerin welche das Röntgen übernommen hatte, sah das allerdings etwas anders. Eine Flasche Spirituosen hätte ich zuviel. Mein Hinweis darauf, daß ich es nach der Landung gekauft hätte war für die Dame jedoch irrelevant. Importiert sei importiert. Tja, dumm gelaufen. Durfte eine Strafe von knapp 40 EUR abdrücken, was den Preis für die überzählige Flasche wieder in die für Island gewöhnlichen Höhen hob …
In Deutschland haben wir für unbeständiges Wetter ja den Ausdruck “Aprilwetter”. Hier auf Island kann man alle Facetten des Aprilwetters im Laufe eines einzigen Tages “geniessen”. Draußen hagelt’s? Kein Problem - einfach fünf Minuten warten und es regnet stattdessen oder es scheint die Sonne (oder es schneit). Einziger Nachteil: man kann nicht wählen.
Dieser Blogeintrag wurde nicht von der isländischen Touristeninformation gesponsort.
In Germany we are calling changing weather “April weather”. Here in Iceland you get the whole spectrum of “April weather” compressed in one day. Hail outside? Nah, just wait five minutes and it’s either rain or sunshine instead (or snow). Only downside, you cannot choose.
This blog article was not sponsored by the Icelandic tourist information.
Wie einige vielleicht schon wissen, stamme ich aus der Gegend der deutsch-polnischen Grenze. Ich höre jetzt schon einige sagen: “Na hoffentlich ist das nicht ansteckend!”. Ich kann euch beruhigen, bisher habe ich noch niemanden mit diesem Problem angesteckt. Als Nachbar, lernt man natürlich auch einige Ticks - und eben die Sprache des anderen, wenn auch vergleichsweise oberflächlich - kennen. Einige aus der Gruppe der “einigen” von oben wissen ja vielleicht auch, daß ich inzwischen in Island lebe. Man muß nicht viel dazu sagen wo, denn in Island gibt es praktisch nur rund 300000 Hanseln und das schließt uns Ausländer schon ein. Davon leben etwa zwei Drittel in der Gegend um die Hauptstadt (Quizfrage: die heißt wie? :mrgreen:). Continue reading ‘Die sind schon da … wann dürfen wir endlich auch?’
… auch bekannt als Homo sapiens stinkfischessus, scheint allgemein - und, das überrascht, auch in den eigenen Reihen - als dumm angesehen zu werden. Während man sich bei kulturellen Eigenheiten wie dem Essen von Gammelrochen, Schafseiern und Grönlandhai (Hákarl), dem Tick per-capita die Besten in allem zu sein und ein scheußliches Gesöff namens Brennivin zu mögen noch auf die Sozialisation im Land und die kargen Verhältnisse in Ísland bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts stützen kann, zieht dieses Argument in Sachen Bildung nicht mehr. Denn da schneiden die Isländer nicht so schlecht ab. Bliebe also die Frage wie es kommt, daß dieses eigenwillige Völkchen in den Weiten des Atlantiks von anderen für dumm verkauft wird - und, viel schlimmer, sogar aus den eigenen Reihen? Continue reading ‘Der gemeine Isländer …’
… Island sei vom Internet abgeschnitten. Also ich habe weder am Samstag noch am Sonntag noch gestern noch bisher heute Störungen bemerkt. Obwohl, doch. Es gab eine kurze Störung, die aber schnell behoben wurde - war wohl am Samstag. Heute lese ich dann, daß ein Atlantikkabel gebrochen sei. Ups. Ich war’s nicht
// Oliver
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