Archive for the 'Gedanken [DE]' Category

Die Untertitel der Anderen

Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln und sich fragen wofür denn der Oskar im vorigen Jahr eingeheimst wurde, wenn man sich einmal den Film “Das Leben der Anderen” mit den englischen Untertiteln anguckt. Es gibt fast keine Zeile, die nur annähernd dem deutschen Text entspricht. Allerdings bedient die englische Übersetzung sicher hervorragend Klischees, wofür - so meinten wohl die Macher - im Ausland eine einfache Übersetzung des Textes nicht ausreicht.

Da wird beispielsweise aus der Drohung an die Nachbarin des Überwachten, daß ihre Tochter das Medizinstudium vergessen könne wenn sie etwas ausplappere im Englischen:

Mrs. Meineke, if you tell anyone, you won’t see your family again for the rest of your life.

Zurückübersetzt ins Deutsche:

Frau Meineke, ein Wort zu irgendwem, und Sie werden Ihre Familie für den Rest Ihres Lebens nicht wiedersehen.

Der kursive Teil ist wortwörtlich aus dem deutschen Original entnommen (wenn auch nicht wortwörtlich die Bedeutung des englischen Textes). Irgendwie finde ich diese Form der Übersetzung nur lächerlich, weil sie den Inhalt des Filmes nicht unwesentlich verfälscht und ihn vor allem reißerischer darstellt als er ist. Dabei heißt doch der Regisseur angeblich von Donnersmarck und nicht von Münchhausen. Oder läßt sich da etwa irgendwo ein gemeinsamer Vorfahre finden?

Einfach lächerlich findet die Übersetzung jedenfalls,

// Oliver

Faszinierende Entwicklungen …

Heise hat heute über die Demos gegen Scientology berichtet. Als unbedarftem Bürger ist mir natürlich aufgefallen, daß es offenbar eine Ausnahmeregelung gab:

Aufgrund der Einschüchterungsvideos vom Vortag duldete die Polizei ausnahmsweise das Tragen von Masken mit der Auflage, dass diese auf polizeiliche Aufforderung hin jederzeit abzunehmen seien.

Das ist interessant und da stellt sich mir natürlich die Frage, ob das auch für Demonstranten von Antiüberwachungsdemos anwendbar wäre. Sollte es ja wohl, denn Einschüchterung wird ja in dieser Hinsicht auch und gerade vom “Staat” betrieben. Man kann auch einfach “von der politischen und wirtschaftlichen Elite” sagen ;)

// Oliver

Zitat des Tages

Je mehr die Bürger mit der Politik nicht einverstanden waren, um so mehr wollte der Staat allwissend sein.
(Petra Pau laut Heise, die derzeitige Lage mit der in der DDR vergleichend)

Dem habe ich nichts hinzuzufügen …

// Oliver

Gottgläubig != gottesfürchtig != gotteshörig

Mir ist aufgrund einiger Debatten zwischen “Christen” und “Atheisten” welche ich im Internet und außerhalb verfolgt habe, aufgefallen, daß es offenbar eine leichte Begriffsverwirrung unter den Gläubigen gibt. Nunja, ich bin Atheist, aber wenn sich ein Gott oder eine hübsche Göttin :wink: - welche/r auch immer - höchstpersönlich blicken ließe, könnte ich mich wahrscheinlich auch dazu herablassen an die erschienene Gottheit zu glauben. Wobei es in diesem Falle ja nicht mehr so sehr eine Glaubensfrage wäre wie es das jetzt bspw. im Hinblick auf den Gott der Christen ist. Allerdings könnte man sich jetzt fragen was genau einen Atheisten überzeugen würde, daß es sich bei einer erschienenen Gottheit um eine Gottheit und nicht um eine technisch überlegene “außerirdische” Spezies handelt - aber das geht jetzt zuweit.

Also, nehmen wir, wie schon erwähnt, an, daß eine Gottheit höchstpersönlich erschiene und ich mich im nüchternen Zustand befinde und in Anerkennung der Umstände einsehe, daß es sich wohl um eine Gottheit handeln muß: Dann bin ich also plötzlich ein Gläubiger (ohne daß jemand Schulden bei mir haben müßte) aber nicht zwangsläufig religiös oder eben gar gottesfürchtig.
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Wofür nochmal?

17,03 auf 17,98 EUR geplante GEZ-Gebührenerhöhung und - wenn man die Geschichte betrachtet - quasi bereits beschlossene Sache. Wofür ist das diesmal? Ist ja nicht so, daß jetzt noch mehr Programm in 24h reinpaßt, oder?!

// Oliver

“Die Regierung als Staatsfeind Nummer eins”

… oder “Der Staat als Feind des Bürgers”. Solche und andere Überschriften fielen mir bei dem Thema ein. Aber dann habe ich mir überlegt, daß Selbstzensur auch ganz geil ist und aufgrund von Abmahn- und Überwachungswahn von privater wie von staatlicher Seite ja auch bei immer mehr Bloggern in Mode kommt.

Somit bleibt mir eigentlich nur das obligatorische “Hoch auf die Meinungsfreiheit” anzufügen - auf daß Deutschland und der Rest der demokratischen Welt bald wieder meinungsfrei, oder zumindest frei von subversiven Meinungen, sei. Den subversiven Elementen hingegen, schleudere ich mutig ein rechtsstaatliches “Ihr seid doch alle Terroristen!” an den Kopf!

// Oliver

Freibier

Wunderbares und “total lustiges” Video. Weder die Akteure noch die Regisseure haben sich mit Ruhm bekleckert. Interessante Statistiken sind auch dabei. Und gerade die interessieren mich ja am meisten, da sie soviel Aussagekraft zum für die Musikindustrie (MI) entstandenen Schaden haben. “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast” ist ein Zitat, welches mindestens drei verschiedenen Politikern (sic!) zugesprochen wird - und zwar sind dies Goebbels, Churchill und Chruschtschow.

Zu den Zahlen der MI fällt mir aber eigentlich nur eines ein: Freibier. Jeder normale Mensch weiß, und kann sicher denken, daß wenn eine Dorfkneipe Freibier anbietet, sich die Besucherzahlen der Kneipe nicht erhöhen werden. Daher kann man davon ausgehen, daß jeder der sich beim Wirt ein Freibier abholt auch ansonsten Stammgast der Kneipe ist. Durch Deduktion können wir daraus schließen, daß der MI durch Filesharing in den sog. Tauschbörsen viele Einnahmen entgehen, die sie ohne Tauschbörsen auch nicht hätten.

Nee, Moment mal. Irgendwo ist da jetzt ein Knacks in der Lokgik. Egal, ich poste den Artikel erstmal.

// Oliver :mrgreen:

Wie passend: katholische Streitkultur

Der Herr Lehmann, seines Zeichens Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat sich - so DW-World TV - auch mal getraut mit dem Papst zu diskutieren. Ich sage: das ist Ketzerei. Schließlich hat der Papst dogmatisch immer recht! Diskutieren ist also nichts geringeres als Ketzerei. Hat der ein Glück, daß die Ketzerverbrennung aus der Mode geraten ist ;) :mrgreen:

// Oliver (Atheist)

“Demokratische Streitkultur”

Was ist das denn, Herr Pofalla? “Demokratisch” == “volksherrschaftlich”. Streiten sollte klar sein und Kultur auch. Da aber nur ein paar Bekloppte aus der großen Koalition mit den Kunstnebelwerfern hantieren, kann von “Volk” wohl keine Rede sein, oder?

// Oliver

Wie die Mitte leicht rechtslastig wurde. Ein deutsches Märchen.

Nach den Rechten scheint in Deutschland auch aktiv die Rechte von den C-Parteien in Deutschland demontiert zu werden. “Hessen-Hitler” (O-Ton, Titanic, über Roland Koch) hat schon früher mit ausländerfeindlichen Parolen gepunktet und wird es aller Wahrscheinlichkeit auch diesmal wieder tun. Dazu ist den von Politik und Medien verblödeten Volksmassen die Verallgemeinerung als rhetorisches Mittel einfach zu lieb. Warum differenzieren, wenn man doch so schön von “den Ausländern” reden kann. Es wäre nur zu schön, wenn das auch konsequenter auf “die Politiker” in Deutschland Anwendung finden würde. Die Erwerbslosenzahlen werden mit neu eingeführten Rechenmethoden (Hartz IV, 1-EUR-Jobber) schöngerechnet und Ottonormal-BILD-Leser glaubt’s auch noch. “Demokratische Volksparteien” dürfen das!

Dürfte ich, mit Verlaub, daran erinnern, daß auch ein gewisser zweiter Staat auf deutschem Boden sich als “demokratisch” bezeichnete?! Ob der das verdient hatte, steht für mich auf dem gleichen Blatt wie die Frage ob die “demokratischen Volksparteien” (die übrigens Volksabstimmungen ablehnen, Volkszählungen aber gutheißen) das “demokratisch”-Ettikett verdient haben und ob die C-Parteien das “C” verdienen. Immerhin können sich die C-Parteien aber noch auf die Bibel berufen, in der sich bekanntlich ein nicht so freundlicher Gott und sein auch nicht sonderlich sympathischer Sohn im, um Dreihundertirgendwas unserer Zeit nachträglich beschlossenenen, Dreiklang mit irgendeinem Kirschgeist (oder so ähnlich) auch nicht besser aufführten als heutige prominente Figuren aus ihren Reihen.

Demagogie und Volksverblödung fangen aber schon früher an, nämlich beispielsweise wenn nur Diktatur und Demokratie zur Auswahl gestellt werden (wobei ich eine echte - nicht repräsentative - Demokratie in Geschichtsbüchern nicht finden kann), nur um danach die Demokratie als Sieger hochleben zu lassen. Als ob es keine anderen vorstellbaren Gesellschaftssysteme gäbe …

Übrigens wünsche ich allen Besuchern und Lesern meines Blogs noch ein gesundes neues Jahr 1984!

// Oliver

PS: Ich hätte den Eintrag auch “Die Diktatur der Demokratie” nennen können, aber vielleicht hätte mich dann ein gelangweilter Staatsanwalt mithilfe juristisch-finanzieller Zwangsmittel von meiner Meinung befreit (man nennt das Meinungsfreiheit).

Traurige Bilanz

Wie die Lausitzer Rundschau in ihrer heutigen Ausgabe schreibt, sind die Deutschen zum überwiegenden Teil religiös; jeder Fünfte sei tiefreligiös und beschäftige sich intensiv mit religiösen Fragen.

Abgesehen davon, daß ich das als eine traurige Bilanz unserer Bildungspolitik ansehe, wundert mich nur noch, wie jemand, der sich intensiv mit religiösen Fragen auseinandersetzt sich seine Gläubigkeit noch erhalten kann. Aber das ist vermutlich der einzige Strohhalm der christlichen Kirchen: die sogenannten Gläubigen müssen die Bibel ja nicht lesen, indoktriniert wird man - gegen eine kleine Gebühr - direkt vom Pfaffen.

// Oliver

Eine deutsche Einheit …

… wird es in naher Zukunft wohl nicht geben. Nach wie vor, wird sogar bei der Mindestlohndebatte ein 1-EUR-Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern als normal angesehen. Widerlich, wie bigott unsere Politiker argumentieren. An dem gleichen Preisniveau in Ost und West ändert das aber auch nichts.

// Oliver

Hier mal was zum nachdenken

Wiedermal zum Thema Killerspiele, diesmal wird den ÖR nachgewiesen, wie sie ihre Beiträge manipulieren. Einen ähnlichen Beitrag gab es letztens bei Telepolis unter dem Titel Warum mit den “Killerspielen” auch Werte verteidigt werden.

// Oliver

Danke an Chris für den ersten Link.

Die Enzyklika “Spe salvi” …

… und ein paar Erwiderungen.

41. Im großen Credo der Kirche schließt der Mittelteil, der das Geheimnis Christi von der ewigen Geburt aus dem Vater und von der zeitlichen Geburt aus Maria der Jungfrau über Kreuz und Auferstehung bis zu seiner Wiederkunft behandelt, mit den Worten: “Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten.” Der Ausblick auf das Gericht hat die Christenheit von frühesten Zeiten an als Maßstab des gegenwärtigen Lebens, als Forderung an ihr Gewissen und zugleich als Hoffnung auf Gottes Gerechtigkeit bis in das alltägliche Leben hinein bestimmt.

Die Aussicht auf “das Gericht” ist ein Machtinstrument ziemlich weltlicher Machtmenschen der kirchlichen Hierarchie(en)! Nichts ist besser als Angst, um Menschen zu kontrollieren. Ob das die Angst vor Terror oder vor dem letzten Gericht ist.
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Fünfjährige Terroristen

Hätten bei der Einreise in die EU vielleicht noch eine Chance unentdeckt zu bleiben, für alle anderen sieht es demnächst düster aus.

Menschen aller Länder, erhebt euch gegen diesen Irrsinn!

// Oliver

“Ich hab doch nichts zu verbergen …”

… ist oft der Kommentar, wenn man jemanden darüber aufzuklären versucht, daß dieser ganze Überwachungsmist schon viel zu weit gegangen ist. Nichts zu verbergen? Okay, dann würde ich gerne näheres über solche Leute erfahren:

- Letzter Lohnzettel
- Aktueller Bankauszug
- Kleine Krankengeschichte der letzten 10 Jahre
- Sexuelle Vorlieben

“… wie, wollen Sie nicht? Sie haben doch nichts zu verbergen, oder?!”

// Oliver

Willkommen in der DDR 2.0

Ohne sonderliches Befremden, dafür aber mit um so mehr Interesse habe ich den Artikel bei TELEPOLIS über die Nutzung von StaSi-Unterlagen bei Ermittlungen gegen “Terrorverdächtige” gelesen.

Da wird man wohl demnächst im Fernsehen den Herrn Bundespräsidenten bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes an ehemalige StaSi-Offiziere sehen können, schließlich muß die heutige Elite den Datensammlern von damals doch unheimlich dankbar sein.

Willkommen in der DDR 2.0, dem Steuerzahler- und Terroristenstaat - noch bessere Überwachungsmaßnahmen, diesmal mit subtileren Einschränkungen der Meinungsfreiheit (wär doch zu schade wenn jemand aufhören würde seine Meinung zu sagen, weil er offen weiß, daß er dann verfolgt oder verhaftet würde), bessere Werbung/PR (Parolen wie “Kampf gegen den Terror”, “Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt”), … und das Beste: jeder ist mal generell ein Terrorist und unter Verdacht, es sei denn er kann den Behörden gegenteiliges Nachweisen oder ist Regierungsmitglied.

Nach Nazideutschland in den 1000 Jahren zwischen 1933 und 1945, der DDR, dem Intermezzo einiger Nazis in hohen Ämtern in der BRD und der nun wiedervereinten DDR 2.0, ist das doch ein echter Fortschritt, oder? Gehe zurück auf Los.

// Oliver

Dem schließe ich mich gern an

Ironie des Schicksals, daß …

… in der gleichen Woche, in der sich der Mauerfall zum 18ten Mal jährt, auch die Telekommunikationsüberwachung vom Bundestag beschlossen wird - und fast im gleichen Atemzug ein Denkmal für Freiheit in Berlin. Wenn das die StaSi oder die ehemalige DDR-Spitze damals gewußt hätten, die hätten sich doch scheckig gelacht.

Willkommen in der DDR 2.0 :roll:

// Oliver

Vergleichbar mit Versicherungen

… die “Terrorabwehr”-Maßnahmen welche überall eingeführt und/oder vorgeschlagen werden, erinnern mich an das Prinzip der Lebensversicherung. Trotz des Namens verhindert diese bekanntlich auch nicht, daß man stirbt. Aber danach könnte man ja …

Toll! :mrgreen: Meint,

// Oliver