Letzte Woche war bekanntlich die Abstimmung hier im Alþing (dem isländischen Parlament) über die Frage ob Island ein Beitrittsgesuch zur EU abgeben sollte. Vermutlich würde der demokratischen Tradition der Isländer folgend ohnehin noch eine Volksabstimmung einem eigentlichen Beitritt vorausgehen, was man von den meisten EU-Mitgliedsstaaten schonmal nicht behaupten kann.
Was ich aber an Meinungen von deutschen “Normalbürgern” ohne Bezug zu Island gehört habe, war schon erschreckend. Da kommen dann Aussagen wie: “Erst machen die Isländer solche Profite auf Kosten auch deutscher Anleger1 und dann wollen sie es sich von der EU zurückzahlen lassen”. Wohlgemerkt, eine Schuldenübernahme durch die EU stand nie zur Disposition. Ein wenig frech finde ich diese “Argumentation” aber schon, da sich wohl jeder deutsche Normalbürger verbitten würde mit “der Heuschrecke” Ackermann oder anderen “Eliten” verglichen zu werden. Ausnahme sind vermutlich nur jene, die danach streben so viel Profit wie möglich aus der Ausbeutung anderer zu schlagen – sprich all jene die man ohnehin bereits als “Ackermänner” bezeichnen kann und bezeichnet; und denen das auch schnuppe ist, weil sie keine Skrupel haben.
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- Man möchte das Wort “Anleger” garnicht in den Mund nehmen, denn es ist eine Binsenweisheit, daß große Gewinne immer mit großem Risiko einhergehen – einzige Ausnahme mag der Aufschwung direkt nach einer großen Finanzkrise sein. Nachdem es in die Hose ging, sind alle schlauer und die “Anleger” sauer. [↩]