Wie kommt es, daß insbesondere Unionspolitiker wie Herr Oettinger sich gegen Sterbehilfe aussprechen? Geschieht dies aus dem Kalkül des Kapitalisten heraus, daß jeder tote Bürger quasi den ROI (Return of Investment) mindert? Oder hat es mit den christlichen “Werten” zu tun, nach denen Selbstmord Sünde ist? Man kann sich sicherlich über die Form “dieser Sache” streiten, aber bei einvernehmlicher Sterbehilfe sollte sich meines Erachtens nach der Staat gefälligst nicht einmischen.
Abgesehen davon, war es nicht gerade die christliche Lesart, daß das Schicksal eines jeden Menschen von Gott vorbestimmt ist? Wieso meinen sie also den Sterbehelfer oder dem Geholfenen zu richten? Nach christlicher Lesart sollte dies doch Gott vorbehalten bleiben, oder? Ach ja - da war ja noch der freie Wille. Das ist natürlich doof. Aber jeder legt es sich ohnehin so zurecht wie er’s braucht.
Und dann gibt es ja noch die “christlichen” Sterbehelfer, die meinen entscheiden zu dürfen, ob das Leben des Kindes oder das der Mutter mehr Wert habe. Ist das nicht auch unerwünschte Sterbehilfe an der Mutter? Was genau ist der Unterschied? Vielleicht die Tatsache, daß bei einvernehmlicher Sterbehilfe alle Beteiligten im vollen Bewußtsein handeln, während man das von einem Ungeborenen eben nicht annehmen kann?!
// Oliver